"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Keine guten Vorzeichen"

Sowohl die AUA als auch Al Jaber agieren recht ungeschickt.

Wien (OTS) - Die Querelen um den Einstieg des Saudis Al Jaber bei der AUA legen die Vermutung nahe, dass sich alle Beteiligten nicht gerade professionell verhalten haben. Sehr wahrscheinlich hat AUA-Chef Alfred Ötsch die wahre Situation des Unternehmens zu rosig dargestellt. Andererseits ist es auch seltsam, dass jemand den nicht gerade kleinen Betrag von 150 Millionen Euro investieren will, ohne vorher genauestens prüfen zu lassen, worauf man sich da überhaupt einlässt. Der Gesichtsverlust ist jedenfalls für beide Seiten nicht mehr zu verhindern.
Wie auch immer die Sache ausgeht, stellt sich die Frage, ob eine solche Ehe unter einem guten Stern stehen kann. Wenn die Partner schon streiten, dass die Fetzen fliegen, bevor sie sich zur Hochzeitsnacht ins gemeinsame Bett legen.
Die AUA könnte die 150 Millionen Euro des Scheichs gut gebrauchen, frisches Geld ist für eine Airline immer eine feine Sache. Allerdings hat Konkurrent Niki Lauda völlig recht, wenn er darauf hinweist, wie schnell man in der Fliegerei Geld vernichten kann. Was die AUA mit oder ohne Al Jaber braucht, ist ein starker strategischer Partner aus der Luftfahrt. Und weitere Rationalisierungsmaßnahmen, um die Kosten hinunterzufahren. Denn von einer Sanierung der Airline kann noch keine Rede sein.

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