ÖHV begrüßt Arbeitsmarktöffnung 2009: Tourismus dabei berücksichtigen

ÖHV: Mangelberufsliste erweitern, auch Hilfskräfte zulassen

Wien (TP/OTS) - Die ÖHV begrüßt die von Wirtschaftsminister Bartenstein angekündigte Arbeitsmarktöffnung für Fachkräfte ab 2009. Aber auch wo starker Bedarf an Hilfskräften besteht, müsse reagiert, die Mangelberufsliste ausgeweitet werden: Den stark nachgefragten Kellnern bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt aus unerklärlichen Gründen immer noch verwehrt.

Einem Bericht des Kurier zufolge bestätigte Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein, dass der österreichische Arbeitsmarkt 2009 für alle Fachkräfte geöffnet wird. Die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn, begrüßen diese für Österreichs Tourismus so wichtige Entscheidung: "Damit setzt Wirtschaftsminister Bartenstein einen wichtigen ersten Schritt zur Internationalisierung des Arbeitsmarktes - ein Schritt, der unsere Position als Tourismusweltmeister festigen wird." Gleichzeitig betonen sie, dass gerade der Tourismus Mitarbeitern aller Qualifikationen Chancen bietet. Der Anteil der Hilfskräfte unter den Mitarbeitern im Tourismus beträgt über 37 Prozent. Die Einschränkung der Arbeitsmarktöffnung auf Fachkräfte müsse aufgehoben werden, um Österreichs Spitzenposition im Vergleich mit anderen Destinationen noch ausbauen zu können.

Von 1.638 Arbeitnehmern, die aufgrund der Fachkräfteverordnung Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten haben, sind 549 einem einzigen Beruf zuzuordnen: dem Gaststättenkoch. "Das zeigt, wo die Jobs entstehen:
in den Tourismusbetrieben. Wir sind der Jobmotor in Österreich, wir bilden die Fachkräfte aus, wir schaffen die Arbeitsplätze. Damit kann sich keine andere Branche messen", so Peer und Schellhorn. Auf ihre Einladung hin sind Vertreter der deutschsprachigen Branchenverbände in Salzburg zu einem Arbeitstreffen zusammengekommen. "Dieses Thema überschattet das ganze Treffen: Alle gratulieren uns zu unseren Nächtigungssteigerungen, freuen sich mit uns auf das größte Event, das je in Österreich stattgefunden hat - und wundern sich, warum wir keine Mitarbeiter dafür holen dürfen", so Schellhorn.

Branchensprachrohr ÖHV fordert Kellner in Fachkräfteverordnung

Die Ungleichbehandlung von Produktion und Tourismus auf jener Mangelberufsliste, die der Fachkräfteverordnung zugrunde liegt, müsse aufgehoben werden: Auf der einen Seite finden sich 49 Berufe, für die es teils kaum eine Handvoll Bewerber gibt, auf der anderen Seite wird der Tourismus - der Jobmotor schlechthin - mit einem einzigen Beruf abgespeist. "Wir brauchen Mitarbeiter in der Küche, im Service und auf der Etage - und zwar schnell", so Peer. Das zeigen Umfragen unter Österreichs Top-Hotelleriebetrieben genauso wie eine aktuelle AMS-Statistik zu den am stärksten nachgefragten Berufen. Eine WIFO-Studie belegt, dass gerade einmal zehn Prozent der gemeldeten Arbeitslosen tatsächlich vermittelbar sind.

Aktive Interessenvertretung: ÖHV setzt Eigeninitiative

Die Hotellerie als internationale Branche begrüße Gäste und Mitarbeiter aus aller Welt gleichermaßen, so Schellhorn: "Für Xenophobie ist bei uns kein Platz - auch unter unseren Mitarbeitern nicht. Das wird auch deren Vertretung akzeptieren müssen. Wir sind eine internationale Branche mit internationalen Gästen und Mitarbeitern aus aller Welt. Ich hoffe, dass die Gewerkschaft ihre ewiggestrigen Sticheleien gegenüber Mitarbeitern aus osteuropäischen Ländern bald ablegt. Klar hat der einen Vorteil, der die Branche und die Gegebenheiten kennt und die Sprache beherrscht. Aber wir verschließen uns niemandem!" So habe die ÖHV gemeinsam mit der Gewerkschaft ein erfolgreiches Ausbildungsprogramm für Lehrlinge gestartet und engagiere sich mit einem umfangreichen Seminar- und Akademieangebot intensiv in der Mitarbeiterausbildung.

Die ÖHV, die ihre Aufgabe in der aktiven Interessenvertretung sieht, habe darüber hinaus in Kooperation mit der hogast unter www.hogastjob.com eine internationale Online-Jobbörse gelauncht, die in Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn massiv beworben werde: "Leider können wir damit vorerst nur Köche ansprechen. Es ist aber höchste Zeit, dass Kellner Eingang in die Liste der Mangelberufe finden - und zwar deutlich vor 2009", so Peer. Schließlich sei auch dieser ein Lehrberuf und die Nachfrage danach definitiv gegeben. "Wenn die Liste der Mangelberufe nachvollziehbaren Kriterien unterliegt, müssen Kellner berücksichtigt werden." Nicht wiederholt werden dürfe ein Fehler des Vorjahres: "Dass eine so wichtige Verordnung mitten in der Saison in Kraft tritt, ist nicht nachvollziehbar. Hier muss die Politik genauso professionell arbeiten, wie das die Betriebe tun", so Schellhorn.

Der professionellen Arbeit in den Betrieben seien die Nächtigungserfolge der vergangenen Monate und Jahre zuzuschreiben. Gleichzeitig erreiche der Rückgang der Arbeitslosenzahlen Dimensionen, die sich vor kurzem nicht einmal die optimistischsten Experten vorstellen konnten. "Wir teilen unsere Erfolge gerne mit der Politik - vor allem dann, wenn sie einen Beitrag dazu geleistet hat", so Schellhorn. Das für die EM erteilte Sonderkontingent von 30 Saisoniers in Vorarlberg etwa decke nicht einmal den Mitarbeiterbedarf für ein größeres Public Viewing-Event.

Jobmotor Spitzenhotellerie

Ein Grund für den zunehmenden Mitarbeiterbedarf sei der Trend zu Häusern der gehobenen Kategorien: "Die Zahl der Mitarbeiter steigt signifikant mit der Anzahl der Sterne. In einem Haus der höchsten Kategorie kommt auf zwei Zimmer je ein Mitarbeiter", veranschaulicht Peer. Dieser Trend spiegle sich auch im hohen Andrang zur ÖHV wider:
Seit 1990 ist die Zahl ihrer Mitgliedsbetriebe von 790 auf beinahe 1.200 gestiegen. Die Marktdurchdringung liegt mittlerweile bei fast 70 Prozent und steigt weiter überproportional. "Wir sind das Sprachrohr eines gut laufenden Jobmotors, wir haben unser Ohr an den großen Arbeitgebern der Branche. Und deren Anliegen sollten doch Gehör finden", so Schellhorn. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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