Wien verbessert die TurnusärztInnenausbildung

Wien (OTS) - "Der Wiener Krankenanstaltenverbund, Österreichs größter Krankenhausträger, setzt in der TurnusärztInnenausbildung neue Standards", erklärten der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely am Dienstag unisono. "Das Wiener Modell in der TurnusärztInnenausbildung bedeutet eine Win-Win-Situation für PatientInnen und ÄrztInnen. Die Wiener PatientInnen werden damit auch im niedergelassenen Bereich von bestausgebildeten ÄrztInnen behandelt - und die JungmedizinerInnen erhalten ein hervorragendes Sprungbrett für ihren beruflichen Werdegang. Die stetig verbesserte Ausbildung der TurnusärztInnen ist auch ein besonders wichtiger Aspekt bei der gemeinsamen Planung im Gesundheitswesen. Hervorragende niedergelassene AllgemeinmedizinerInnen helfen dabei, die Diagnosewege möglichst kurz zu gestalten. Das hilft allen", so Wehsely weiter.****

Natürlich nütze das auch dem Wiener Krankenanstaltenverbund, der sich damit selbst erstklassigen Nachwuchs ausbilde, so KAV-Spitälerdirektorin Dr.in Susanne Herbek. In den KAV-Spitälern werden derzeit 1.200 JungmedizinerInnen ausgebildet. 463 davon machen den so genannten "Turnus" und werden in der Folge AllgemeinmedizinerInnen. "Der KAV hat im Auftrag der Gesundheits- und Sozialstadträtin die Ausbildung in verschiedene Arbeitspakete aufgeteilt, optimiert und nun rechtsverbindlich ausgestaltet. Dabei haben wir auf den permanenten Dialog mit den Ärztlichen DirektorInnen, den PrimarärztInnen und vor allem den TurnusärztInnen allergrößten Wert gelegt", stellte Herbek klar.

"Das neue System ermöglicht eine umfassende und objektive Evaluierung der Ausbildung", betonte Wehsely. "Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden laufend in die Ausbildungsstrategien eingearbeitet. Gerade in der Medizin wird das Wissen laufend vervielfacht. Um hier Schritt halten zu können, muss die MedizinerInnenausbildung immer auf dem letzten Stand gehalten werden."

Das TurnusärztInnenpaket im Detail

o Benchmarking

Dieses Paket sichert überprüfbare und messbare Vergleiche der Ausbildungsqualität für den gesamten KAV (Beispiel: Messung der Teilnahme von TurnusärztInnen an Morgenbesprechungen und Visiten in allen Bereichen).

o Rotationsprinzip

Ein spitalsübergreifendes System verhindert unnötige "Stehzeiten" in der Ausbildung. Unter Einsatz aller Synergien wird damit der schnellste Weg durch die Pflicht- und Wahlfächer gesichert. Eine Turnus-Ausbildung kann damit realistischerweise in drei Jahren abgeschlossen werden.

o Aus- und Fortbildungsbeauftragte

Aus- und Fortbildungsbeauftragte in den Häusern stellen sicher, dass die hausinterne Aus- und Fortbildung der TurnusärztInnen als Ergänzung und Vertiefung einer fundierten Ausbildung strukturiert erfolgen kann. Sie sind bestens unter einander vernetzt und schaffen die Möglichkeit, von Best-practice-Modellen zu lernen.

o Leitlinien "zum schrittweisen Lernen" von Fachinhalten

Die ärztlichen LeiterInnen aller Wiener Fachabteilungen legen akkordierte Ausbildungsinhalte für die künftigen ÄrztInnen für Allgemeinmedizin fest. Das führt zu einer Verfeinerung des vorgegebenen Rasters der Ärztekammer. Für die Einhaltung sorgt die eigens eingerichtete KAV-interne Stelle AQUA (Ausbildungs-Qualitätsausschuss). Sie überprüft systematisch, an- und unangemeldet, die Ausbildungsqualität vor Ort.

o Bettenführung unter Supervision

Zur Vertiefung ihres Wissens müssen TurnusärztInnen unter Anleitung "selbstständig" PatientInnen betreuen sowie wöchentlich in abteilungsspezifischen Fall- und PatientInnenbesprechungen referieren. Unter Supervision erlernen die JungmedizinerInnen auch im Rahmen ihrer Zuteilung an eine Ambulanz, selbstständig Diagnose- und Therapieschritte einzuleiten.

o Zusammenarbeit Pflege und Medizin

Ein eigener Erlass, die "Rahmenleitlinie Medizin und Pflege", verpflichtet ÄrztInnen und Pflegepersonal zu bestmöglicher Zusammenarbeit. So bestimmt etwa die jeweilige Ärztliche und Pflegerische Leitung vor Ort, wer Spritzen verabreichen darf. Kompetenzen werden schriftlich in einer Art "Pflichtenheft" festgelegt. Die Einhaltung wird von der Spitalsdirektion überwacht. Ziel dabei: Effiziente PatientInnenversorgung, Risikominimierung und laufende Qualitätsverbesserung.

o Eingangsphase für TurnusärztInnen

Zukünftig wird eine weitere Schleife zur Qualitätssicherung eingezogen. Ab 1. Juli durchlaufen neue TurnusärztInnen eine sechsmonatige Eingangsphase. Nach einem positivem Verlauf der Eingangsphase kann die Ausbildung im Rahmen des Wiener Krankenanstaltenverbundes abgeschlossen werden. (Schluss) cl/pv/me

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