SPÖ-Frauen präsentieren Forderungen zum "Rabenmutter"tag

Prammer zu Elternteilzeit: Gesetzliche Regelungen besser als Goodwill der Arbeitgeber

Wien (SK) - "Für Eltern geht es, neben Kinderbetreuungsplätzen, auch um familienfreundliche Arbeitszeiten, um Beruf und Familie vereinbaren zu können", betonte die Nationalratspräsidentin und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende, Barbara Prammer, am Dienstag im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer und Elisabeth Vondrasek, der FSG-Bundesfrauenvorsitzenden. Der "Rabenmutter"tag habe zum Ziel, auf die Situation berufstätiger Mütter aufmerksam zu machen, und insbesondere gelte es, darauf hinzuweisen, dass diese keine schlechteren Mütter sind, erläuterte Prammer. Heuer habe man sich anlässlich des "Rabenmutter"tages dem Thema der Elternteilzeit gewidmet. Hier es gehe einerseits darum, die Frauen auf bereits bestehende gesetzliche Regelungen aufmerksam zu machen, denn diese würden oft zu wenig genützt, und andererseits wolle man bei den bestehenden Bestimmung "nacharbeiten", um weitere Verbesserungen für berufstätige Eltern zu erreichen. ****

"Derzeit sind viele Mütter auf den Goodwill der Arbeitgeber angewiesen, aber klare gesetzliche Bestimmungen wären deutlich besser", unterstrich Prammer. In Skandinavien gebe es bereits eine klare gesetzliche Regelung zur Elternteilzeit, "und das hat die skandinavische Wirtschaft nicht umgebracht", so Prammer. In Österreich hingegen werde von Seiten der Unternehmer noch immer angeführt, dass die Elternteilzeit nicht leistbar sei. "Wir gehen davon aus, dass Beschäftigte genau wissen, was in ihrem Betrieb machbar ist", so Prammer, deshalb könne man den Beschäftigten, "ähnlich wie im Urlaubsrecht", durchaus zugestehen, ihre Arbeitszeit individuell, wenn mit dem Betrieb vereinbar, zu gestalten.

"Seit Juni 2004 gibt es ein Gesetz, das die Elternteilzeit regelt. Das war ein großer Schritt, aber es gibt zahlreiche Stolpersteine", so Elisabeth Vondrasek. Das Gesetz sehe keinen Anspruch auf Elternteilzeit vor, sondern beruhe noch immer auf einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Des Weiteren sei die Elternteilzeit nur in Betrieben mit über 20 Mitabeitern möglich und man müsse länger als drei Jahre im Betrieb beschäftigt sein. "Daher ist die Inanspruchnahme der Elternteilzeit eher gering", so Vondrasek. Gerade Frauen könnten oft nicht eine so lange Betriebszugehörigkeit vorweisen und viele würden in zu kleinen Betrieben arbeiten. Insgesamt haben nur 33 Prozent der Frauen aber 50 Prozent der Männer einen Anspruch auf Elternteilzeit.

SPÖ-Frauen präsentieren Forderungen zum "Rabenmutter"tag

Die "zahlreichen Forderungen, wie optimiert werden kann" präsentierte Nationalratsabgeordnete Stadlbauer, denn "das Gesetz ist nur eine Basis, auf der weitergearbeitet werden soll". Die SPÖ-Frauen und die FSG-Frauen fordern daher, dass Elternteilzeit auch für Eltern gelten soll, die in Betrieben unter 20 Mitarbeitern beschäftigt sind und deren Betriebzugehörigkeit drei Jahre unterschreitet. Auch wolle man, dass Eltern, sollte der Arbeitgeber nicht mit dem Teilzeitwunsch einverstanden sein, nicht das Ende der Gerichtsverhandlung abwarten müssen, bevor sie Teilzeit arbeiten. Des Weiteren solle den Eltern, wenn sie sich für eine Veränderung der Arbeitszeit entschieden habe, mehrmals die Möglichkeit einer Neugestaltung zugestanden werden. Darüber hinaus solle es keine Zuverdienstgrenze mehr geben, wenn während des Kindergeldbezugs die Arbeitszeit von 40 auf 25 Stunden gekürzt wird.

Zum "Rabenmutter"tag bemerkte Stadlbauer, dass dieser bereits "eine gewisse Tradition" habe, immerhin begehe man ihn heuer schon zum dreizehnten Mal. Man wolle den berufstätigen Frauen "das schlechte Gewissen nehmen". Rund um den Muttertag werde es bundesweite Aktionen der SPÖ-Frauen und FSG-Frauen geben, man werde beispielsweise Betriebe besuchen und mit Frauen, Unternehmern und Betriebsräten sprechen, um Verbesserungen für berufstätige Eltern zu erzielen. Darüber hinaus habe man einen Folder gestaltet, der neben nützlichen Informationen auch die Forderungen zum heurigen "Rabenmutter"tag beinhaltet, erklärte die Bundesfrauengeschäftsführerin. "Aber es geht bei der Elternteilzeit nicht nur um die Mütter, sondern auch um die Väter", so Stadlbauer. Deshalb werde man im Juni, rund um den Vatertag, die Informationskampagne wiederholen.

Besuch bei Echokom: Elternteilzeit selbstverständlich

Vor dem Pressegespräch besuchten Prammer, Stadlbauer und Vondrasek die Echokom Werbeagentur. Dort setzt man sich aktiv mit der Frage der Elternteilzeit auseinander, auch wenn der Betrieb weniger als 20 Beschäftigte habe, von insgesamt 16 Beschäftigten sind 12 Frauen. Prammer zeigte sich vom Entgegenkommen der Agenturleitung begeistert und sagte: "Wenn man will, dann geht's doch". (Schluss) sw

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