Erdgaswirtschaft: Erdgas-KFZ und Biogas als Klimaoptionen

Innsbruck (OTS) - Liberalisierung und Klimawandel beherrschen seit Jahren den energiepolitischen Diskurs, wobei die EU die Themenführerschaft übernommen hat. "Das Hauptproblem ist dabei, dass es den EU-Institutionen an formeller Energiekompetenz mangelt und Europa daher ohne eine konsistente Energiepolitik auskommen muss", erklärte der Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) VDir. Dr. Gerhard SIEGL bei einem Pressegespräche aus Anlass des Kongresses Gas Wasser. Diese Lücke sei durch Mitgliedsstaaten nur schwer auszufüllen und so kämen wesentliche Themen wie Versorgungssicherheit zu kurz. Auch die beiden oben genannten Themen werden unkoordiniert und widersprüchlich verfolgt.

Was die Liberalisierung betrifft, wird derzeit gerade das dritte EU-Energiebinnenmarktpaket verhandelt, dessen wesentlichstes Element die eigentumsrechtliche Entflechtung sein soll. Als Argument wird hier ins Treffen geführt, dass ohne diese eigentumsrechtliche Trennung zwischen Netz und Energiehandel nicht ausreichend in den Ausbau der Infrastruktur investiert werde. Tatsächlich hängt die Investitionsbereitschaft der Netzbetreiber jedoch nur von der Regulierungsphilosophie ab. Dort, wo die Regulatoren Marktpreise für Transportkapazität akzeptieren, wird investiert. Das ist z.B. in England der Fall. Das führt natürlich zu einer Verteuerung des Transportsystems, die den Preis der Wahlfreiheit darstellt. In Österreich und vielen anderen Ländern bestehen die Regulatoren auf kostenorientierten Netztarifen und lassen Investitionen nur im Zusammenhang mit zusätzlicher Gasnachfrage zu. Selbst darum müssen die österreichischen Netzbetreiber im Kontext der Anreizregulierung zurzeit aber ringen.

Im Bereich Klimawandel hat sich die Österreichische Bundesregierung schon bereit erklärt, die mehr als ambitionierten 20-20-20-Ziele (20% erneuerbare Energie, 20% höhere Effizienz, 20% weniger Emissionen) der EU noch zu übertreffen. Das Erreichen dieser Ziele wird zu Wohlstandseinbußen führen. Denn sowohl Energiesparen über die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit hinaus als auch der massive Einsatz der zum Teil erheblich teureren erneuerbaren Energien belasten die Volkswirtschaft und damit jeden einzelnen. Der Weg zu den gesetzten Zielen wird - insbesondere im Hinblick auf die knappe Zeitvorgabe 2020 - enorme Produktivkräfte binden und eine Umstrukturierung der Wirtschaft erfordern, die den Wirtschaftsstandort Österreich schwächen wird. Inwieweit das aufgebaute Know-how dann zum Exportartikel gemacht werden kann, erscheint zumindest fragwürdig.

Erdgas als Kraftstoff und Biogas

Österreichs Erdgaswirtschaft bringt in den politischen Diskurs sozial verträgliche Beiträge zur Lösung des Klimaproblems ein. Erdgas ist derzeit der günstigste und - wie immer mehr Studien belegen -auch der umwelt- und klimafreundlichste Energieträger. Darüber hinaus ist Erdgas reichlich vorhanden. Neben Heizung und Stromerzeugung wird Erdgas weltweit bereits millionenfach als KFZ-Treibstoff eingesetzt. SIEGL überzeugt: "Mit Erdgas als Kraftstoff setzt man auf eine bewährte Technologie. Man erspart der Umwelt etwa 25% CO2 und noch viel höhere Prozentsätze an Luftschadstoffen. Feinstaub kommt nahezu gar keiner aus dem Auspuff. Gleichzeitig können die Autofahrer beim Tanken bis zu 50% der Kosten im Vergleich zu den herkömmlichen Kraftstoffen sparen." Die österreichische Gaswirtschaft forciert den Einsatz von Erdgas als Kraftstoff und ist dabei, das bereits flächendeckende Tankstellennetz (derzeit über 100 Erdgastankstellen) weiter zu verdichten. Auch ihr Regel-werk hat die ÖVGW in Abstimmung mit den Amtssachverständigen entsprechend erweitert.

Darüber hinaus wurden Regulative für die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz geschaffen, wobei für die Erdgaswirtschaft aber nur Austauschgas in Frage kommt, also Biogas, das so aufbereitet ist, dass man es von Erdgas nicht unterscheiden kann. Dieses Gas kann in jedem Verhältnis mit Erdgas gemischt und ohne Einschränkung verwendet werden. Bei der Produktion von Biogas gibt es - anders als bei anderen biogenen Treibstoffen - keine versteckten Treibhausgasemissionen. Zudem kann viel leichter auf eine andere, nicht mit der Ernährung konkurrierende Rohstoffbasis umgestellt werden, wie etwa Pflanzenreste, Bioabfälle, Gülle usw. SIEGL abschließend: "Wir erachten aufbereitetes Biogas als eine wichtige Option zur Erreichung der Klimaziele. Die österreichische Gaswirtschaft hat sich mit Hilfe der ÖVGW bereit gemacht, wertvolle Beiträge zu leisten und hofft, dass ihre Angebote angenommen und die angemessene politische Unterstützung erfahren werden."

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