AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: Von der guten wirtschaftlichen Entwicklung haben nur wenige profitiert

9. Vollversammlung der XIII. Funktionsperiode

Linz (OTS) - In seinem Bericht zur heutigen AK-Vollversammlung kritisierte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die zunehmende Umverteilung von unten nach oben. "Einkommen, Vermögen, Bildungschancen oder der Zugang zum Gesundheitswesen - die soziale Schieflage wird immer dramatischer", so der AK-Präsident.

Angesichts zunehmender Umverteilung von Einkommen und Vermögen von den kleinen Leuten zu einigen wenigen sei soziale Gerechtigkeit das zentrale Thema in der heutigen Zeit, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer in seiner Rede zur heutigen Vollversammlung der AK Oberösterreich.

Obwohl die Arbeitnehmer/-innen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung sorgen, stagnieren Löhne und Gehälter seit mehr als zehn Jahren. "Die Einkommens- und Vermögensverteilung wird immer ungleicher und ungerechter", kritisiert Kalliauer.

Verschärft werde diese Ungerechtigkeit durch die Tatsache, dass der größte Teil der Steuerleistung von den Beziehern/-innen kleiner und mittlerer Einkommen erbracht wird. "Multinationale Konzerne zahlen in Österreich hingegen fast keine Steuern mehr", so der AK-Präsident. Die Arbeiterkammer werde daher weiterhin vehement für eine rasche und wirksame Lohnsteuersenkung noch vor 2010 eintreten.

Im Gesundheitswesen krankt es nicht nur an der Finanzierung, sondern auch an den Leistungen. "Klar ist, dass wir schon längst auf dem Weg zu einer Zwei-Klassen-Medizin sind. Immer mehr Menschen verspüren das direkt am eigenen Leib", so Kalliauer.

Auch im Bildungsbereich müssen bestehende Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Kinder aus Familien mit niedrigen Einkommen haben kaum mehr Zugang zu höherer Bildung. Gesellschaftliche Unterschiede werden damit weiter verstärkt. "Das schadet nicht nur den Kindern, die ihre Talente nicht entfalten können. Das schadet auf Dauer auch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unseres Landes", so der AK-Präsident.

Ein zentrales Thema ist für Kalliauer auch die Situation der Frauen. Sehr viele Frauen haben nach wie vor mit massiven Ungerechtigkeiten zu kämpfen. "Die Benachteiligung passiert auf allen Ebenen. Nirgendwo in Europa sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen so hoch wie in Österreich", zitiert Kalliauer den kürzlich veröffentlichten AK-Frauenmonitor. Die Arbeiterkammer setzt sich aus diesem Grund für die Gleichstellung von Frauen im Beruf sowie die Schaffung der dafür nötigen Rahmenbedingungen - Stichwort Kinderbetreuung - ein.

Auf dem Arbeitsmarkt gebe es zwar eine positive Entwicklung, insbesondere in Oberösterreich. "Von Vollbeschäftigung sind wir aber immer noch ein Stück weit entfernt", sagt Kalliauer. Einige Gruppen seien nach wie vor stark von Arbeitslosigkeit betroffen: Junge, Ältere, Migranten. Die größte Herausforderung in der Zukunft sei es, sie besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

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