Keine Bildung, keine Chance

AKNÖ-Studie: Jugendliche mit wenig Bildung zusehends im Abseits

Wien (AKNÖ) - Jugendliche, die nur einen Pflichtschulabschluss
oder nicht einmal diesen haben, tun sich am Arbeitsmarkt immer schwerer. Sie sind von der steigenden Jugendarbeitslosigkeit am meisten betroffen. Das bestätigt einmal mehr eine Studie der nö. Arbeiterkammer, die erstmals genau den Einfluss von Ausbildung auf die Karrierechancen von Jugendlichen untersucht.

Fast 6.100 NiederösterreicherInnen zwischen 20 und 24 Jahren haben 2007 durchschnittlich einen Arbeitsplatz gesucht. 31 Prozent mehr als 1997. Österreichweit stieg die Zahl arbeitsuchender Jugendlicher um 10 Prozent. Vom Anstieg besonders betroffen waren 20- bis 24-Jährige, die nur einen Pflichtschulabschluss haben oder nicht einmal diesen vorweisen können. Sie stellen 40 Prozent der Jugendlichen auf Arbeitssuche. Ihr Risiko, ohne Arbeit dazustehen ist etwa dreimal so hoch wie das anderer Jugendlicher.

Auch früher als sicher geltende Ausbildungen der berufsbildenden mittleren Schulen sind nicht mehr automatisch erfolgversprechend. "Die Zahl arbeitsuchender BMS-AbsolventInnen ist zwischen 1997 und 2007 um 81 Prozent gestiegen, bei den Handelsschulen hat sie sich verdoppelt", sagt AKNÖ-Bildungsexperte und Studienautor Günter Kastner. HAK- oder HTL-MaturantInnen etwa würden zunehmend BMS-Absolventinnen am Arbeitsmarkt verdrängen. "Bildung wird zu einem immer wichtigeren Faktor am Arbeitsmarkt. Das zeigt sich auch daran, dass die Zahl arbeitssuchender Jugendlicher mit Lehrabschluss im Gegensatz zum allgemeinen Trend nicht nennenswert gestiegen ist". Dass es heute mehr arbeitsuchende JungakademikerInnen gibt, führt Kastner darauf zurück, dass die Zahl der FachhochschulabsolventInnen gestiegen ist. "Es gibt mehr AkademikerInnen als vor zehn Jahren. Dennoch ist das Risiko dieser Gruppe arbeitslos zu werden deutlich geringer als allgemein".

MigrantInnen als Verlierer

Die Studie zeigt auch, dass Gruppen, die traditionell von höherer Bildung ausgeschlossen sind, auch am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. MigrantInnen etwa sind überproportional unter den Arbeitssuchenden vertreten.

"In der Studie sehen wir deutlich, dass der soziale Status der Eltern sich auf die Ausbildung und den Karriereweg der Kinder auswirkt", kritisiert Kastner. "Die Entwicklung zeigt, dass die neue Mittelschule, die viele soziale Hürden beseitigen kann, dringendes Gebot der Stunde ist", fordert der AKNÖ-Bildungsexperte.

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AKNÖ Abteilung Lehrausbildung, Bildung und Kulturpolitik 05/7171 - 1967, Günter Kastner
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