Volkshilfe-Benefizgala "Armut tut weh" - Margit Fischer: Armut ist unsichtbar

Wehsely: Starker Staat bester Schutz vor Armut

Wien (SK) - "Das teuflischste an der Armut ist, das man sie nicht sieht", betonte Margit Fischer am Montagabend im Rahmen der Benefizgala der Volkshilfe "Armut tut weh". Selbstwertgefühl und Menschenwürde seien "untrennbar miteinander verbunden", man müsse also "helfen, damit sich die Menschen wieder selbst helfen können", betonte Fischer. "Der starke Staat ist der beste Schutz vor Armut", hob die Wiener Sozialstadträtin Sonja Wehsely hervor. Sozialminister Erwin Buchinger, Justizministerin Maria Berger, Staatssekretär Christoph Matznetter, ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer und Wilhelm Haberzettel nahmen als Gäste an der Gala teil.****

Eine halbe Million Menschen würden in Österreich in akuter Armut leben, dabei seien auch 102.000 Kinder betroffen. "Ohne unser Sozialsystem hätten wir dreimal so viele arme Menschen", erklärte die Präsidentengattin. "Die Armut der Eltern darf nicht auf die Kinder vererbt werden", forderte Fischer im Gespräch mit der Moderatorin Arabella Kiesbauer, "es muss unser dringendes Engagement sein, dass keine Menschen in diesem reichen Land sich genieren müssen, dass sie nicht mithalten können". Ihr Grundsatz sei, "allen Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen, egal ob gekröntes Haupt oder jemand der von der Mindestsicherung lebt", so Margit Fischer.

Wehsely: Meilenstein bedarfsorientierte Mindestsicherung

Die Benefizgala sei "einerseits ein schöner Abend, darüber hinaus ein lebendiges Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die diese brauchen", so Wehsely. "Armut tut zweimal weh", erklärte die Stadträtin, "erstens den Menschen, die arm sind. Und zweitens muss es der Gesellschaft weh tun, wenn es arme Menschen gibt". Wehsely dankte der Volkshilfe, dass "diese auf das Thema Armut in Österreich fest den Finger legt", denn Armut sei nichts, "mit dem man sich abfinden kann". Der "Meilenstein bedarfsorientierte Mindestsicherung" sei ein wichtiger Schritt, damit "Menschen nicht mehr arm sein müssen und eigenständig leben können". "Ich werde gern mit dir gemeinsam kämpfen, um das, jetzt noch utopische, Ziel, dass wir in Österreich keinen armen Menschen mehr haben, zu erreichen", erklärte Wehsely in Richtung Margit Fischer.

Hammerl lobt Einführung des Vermögenszuwachssteuer

Die Journalistin Elfriede Hammerl betonte im Gespräch mit Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer, Kabarettist Thomas Maurer und Arabella Kiesbauer, dass "50 Prozent der Österreicher nur drei Prozent des Privatvermögens in Österreich besitzen und nur sechs Prozent der Steuern kommen aus der Besteuerung von Vermögen". Hammerl lobte die Einführung einer Vermögenszuwachssteuer als "vernünftigen Schritt". "Krankenversicherungen, in die die Wohlhabendsten am wenigsten einzahlen, das ist doch sehr komisch", so Hammerl. Weidenholzer erklärte, dass "die neue Form der Armut ist, dass Menschen, obwohl sie Arbeit haben, arm sind". "Gegen den Zeitgeist, dass es schick ist geizig zu sein, kämpfe ich vehement", schloss der Präsident der Volkshilfe. (Schluss) ar

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