GLOBAL 2000 kritisiert: Klammheimliche Freigabe von Streptomycin bei mäßigem Feuerbrand-Risiko!

Verwirrende Informationspolitik der steirischen Landwirtschaftskammer

Wien (OTS) - Weitgehend unbemerkt gab das Land Steiermark gestern grünes Licht für den Einsatz des umstrittenen Antibiotikums Streptomycin gegen den Feuerbrand. Auf rund 10 Hektar Birnenanbaufläche dürfen nun die Obstbäume mit einem Antibiotikum gespritzt werden, das beim Menschen zur Behandlung von Tuberkulose angewendet wird. "Diese Entscheidung ist in hohem Maße verantwortungslos und der Zeitpunkt der Freigabe ist nicht nachvollziehbar. Das Risiko einer Feuerbrandinfektion war gestern als gering bzw. mittel eingestuft; Tendenz fallend", kritisiert GLOBAL 2000 Biochemiker Helmut Burtscher und verweist auf das Feuerbrandprognosemodell der steirischen Landwirtschaftskammer
(http://www.lk-stmk.at/Feuerbrand_2008/Feuerbrandinfektionsrisiko.htm
)
Im Zuge der öffentlichen Debatte um das Streptomycin hatten BauernvertreterInnen immer wieder betont, dieses Antibiotikum käme nur "im äußersten Notfall und nur, wenn die Witterungsbedingungen es erfordern" zum Einsatz. "Dieser Stehsatz wurde mit der gestrigen Freigabe von Streptomycin ein für allemal Lügen gestraft. An bewusste Desinformation grenzt auch die Tatsache, dass die erste offizielle Anwendung eines Antibiotikums in der Geschichte des steirischen Obstbaus von der steirischen Landwirtschaftskammer in einer Presseaussendung damit beschlagwortet wird, dass für Äpfel bislang keine Freigabe von Streptomycin erfolgte", kritisiert Burtscher.

Einzig erfreulich ist vor diesem Hintergrund, dass die großen österreichischen Handelsketten Spar, Billa, Merkur, Penny und Hofer von Beginn an klar gestellt haben, dass sie den Einsatz eines von der EU verbotenen Pflanzenschutzmittels strikt ablehnen und daher auch nicht gewillt sind, österreichisches Obst, das mit Antibiotika produziert wurde, in ihrem Sortiment zu dulden. "Antibiotika haben im Obstbau nichts verloren! Diese Auffassung teilen nicht nur der wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU-Kommission und die WHO, diese Meinung vertrat 2004 auch Landwirtschaftsminister Pröll, als er Streptomycin zurecht auf eine Liste verbotener Pestizide setzte. Für das kommende Jahr bleibt daher zu hoffen, dass der Landwirtschaftsminister sich daran wieder erinnert", so Burtscher abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl 0699/14 2000 19, presse@global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0001