Untersuchungskommission - SP-Ramskogler: "Europaweit unterschiedliche Standards in der psychiatrischen Versorgung!"

"Komplexe Materie, bei der es keine einfachen Wahrheiten gibt"

Wien (SPW-K) - "Prof. Hans-Joachim Salize hat heute deutlich gemacht, dass es in Europa unterschiedliche Standards in der psychiatrischen Versorgung gibt: So handelt es sich um eine komplexe Materie, bei der es keine einfachen Wahrheiten oder ein 'model of best practice' gibt", betonte heute SP-Gemeinderätin Mag. Sonja Ramskogler nach der heutigen Aussage des Experten Prof. Hans-Joachim Salize vom Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit vor der Untersuchungskommission "Psychiatrie".

Behandlungsmaßnahmen seien laut Salize in den einzelnen europäischen Ländern in ihrer Anwendung ebenfalls unterschiedlich, betonte Ramskogler. "Prof. Salize hat auch klar festgestellt, dass es keine Statistiken über die Anwendung von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen gibt." So sei laut Salize auch nicht auszuschließen, dass es in einzelnen Ländern fallweise zum Einsatz von Netzbetten komme. Es könne auch nicht bewertet werden, ob viel oder weniger Mitteleinsatz eine bessere oder schlechtere Versorgung in der Psychiatrie darstelle, ein Vergleich mit anderen Ländern könne nicht geführt werden.

"Beste Methode muss Standard sein"

"Ich persönlich bin überzeugt davon, dass die beste Methode Standard sein muss", sagte Ramskogler. "Was für die PatientInnen die beste Behandlungsmethode ist, hat in erster Linie das behandelnde Team zu entscheiden, weil es ganz spezifisch auf die einzelne Person und die individuelle Situation ankommt!"

Die Aussagen von Prof. Salize hätten insgesamt gezeigt, "dass wir unser Hauptaugenmerk künftig verstärkt auf die Verbesserung von psychotherapeutischen Angeboten richten müssen", betonte Ramskogler. "Es ist positiv, dass es heute weniger stationäre Betten gibt und die Behandlungsaufenthalte kürzer sind und auch psychosoziale Faktoren miteingebunden werden. Deshalb wird aber das ambulante Angebot immer wichtiger!" Insgesamt müsse auch die Tätigkeit der in der psychiatrischen Behandlung arbeitenden Personen eine Aufwertung erfahren. "Diese Feststellung von Prof. Salize ist ein wichtiger Punkt, an dem die Politik arbeiten muss - es darf kein Stigma mehr sein, wenn man in der Psychiatrie arbeitet", schloss Ramskogler.

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