Nichtraucherschutz: Dorner unzufrieden mit Lösung

Ärztekammerpräsident: neue Regelung viel zu kompliziert - "Vertane Chance für die Vorsorge"

Wien (OTS) - Als "hochkompliziert und umständlich" hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, heute die von der Bundesregierung vorgeschlagene Lösung zum Nichtraucherschutz bezeichnet. Die Ärztinnen und Ärzte hätten sich vom Gesundheitsministerium ein klares Signal für ein generelles Rauchverbot im Sinne des Vorsorgebewusstseins erwartet. Stattdessen sei die nun vorgesehene Regelung "bürokratisch, schwer zu durchblicken, und sie erlaubt eine Fülle von Schlupflöchern für erfindungsreiche Gastronomen", kritisierte Dorner in einer Aussendung. Ein positiver Punkt sei, dass die Raucherlokale und Raucherräume wenigstens durch Warnhinweise ähnlich wie auf Zigarettenpackungen gekennzeichnet werden müssten. Dorner: "Aber das kann nicht vergessen machen, dass Österreich mit diesem Spagat in der EU ziemlich allein da steht. Das ist eine vertane Chance. Gebraucht wird ein generelles Rauchverbot, wie es auch die EU-Gesundheitskommissarin fordert."

Unverständnis äußerte Dorner für die zuletzt in der Nichtraucherschutz-Frage vertretene Position der Dienstleistungsgewerkschaft Vida. "Sie hätte für ihre Mitglieder bessere Konditionen bei den sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen herausholen können, zum Beispiel: rauchfreie Luft für das gesamte Bedienungspersonal", so Dorner. Die nun versprochenen "Zuckerln" für das Servicepersonal seien tatsächlich "eine Augenauswischerei". "Die Menschen stehen in einem unmittelbaren Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Dienstgebern und haben doch de facto gar keine Entscheidungsfreiheit. Im Übrigen ist kündigen für einen nichtrauchenden Mitarbeiter keine zufriedenstellende Lösung", erklärte der ÖÄK-Präsident.

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