PRÖLL: Monitoring-Programm "MONARPOP" für die Alpen ist weltweit einzigartiges Kooperationsprojekt

Nationaler Durchführungsplan für Stockholmer Übereinkommen und europäische Verordnung über Persistente Organische Schadstoffe (POP) in Ministerrat eingebracht

Wien (OTS) - Beim heutigen Ministerrat brachte Umweltminister
Josef Pröll den Nationalen Durchführungsplan einschließlich des Nationalen Aktionsplans betreffend Persistente Organische Schadstoffe ein. Damit kommt Österreich den Verpflichtungen gemäß dem Stockholmer Übereinkommen sowie der europäischen Verordnung über Persistente Organische Schadstoffe nach. Ziel des Übereinkommens ist - unter Beachtung des Vorsorgeprinzips - der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor persistenten organischen Schadstoffen. Der Nationale Durchführungsplan enthält auch das interregionale Monitoring-Projekt "MONARPOP", das die Belastung des alpinen Raums mit POP (Persistent Organic Pollutants) erhebt. "Mit diesem weltweit einzigartigen Kooperationsprojekt beweist Österreich erneut seine internationale Vorreiterrolle beim Schutz vor gefährlichen Chemikalien", so Umweltminister Josef Pröll. Die Österreichische Bundesregierung hat den Nationalen Durchführungsplan zustimmend zur Kenntnis genommen. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit.

Persistente organische Schadstoffe (POP) stellen aufgrund ihrer Eigenschaften ein globales Problem dar, das nur international geregelt werden kann. Es handelt sich dabei um organische Chemikalien, die in der Umwelt nur langsam abgebaut werden können und sich im Körper von Menschen, Tieren und Pflanzen anreichern. Darüber hinaus besitzen sie toxische und ökotoxische Wirksamkeit und tragen zur grenzüberschreitenden Luftverschmutzung bei. Unterschieden wird zwischen gezielt hergestellten POP (z. B. bestimmte Pflanzenschutzmittel und Biozid-Produkte), die in Österreich bereits seit 1992 verboten sind, und unbeabsichtigt gebildeten POP (z. B. Dioxine und Furane, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Vor allem Kleinfeuerungsanlagen stellen beträchtliche POP-Emittenten dar. Hier sind förderungspolitische Maßnahmen vonnöten, um eine Reduktion dieser Emissionen zu bewirken. Dabei bezieht sich der Nationale Durchführungsplan auch auf die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, wo gefährliche Chemikalien oft Probleme verursachen. Im Sinne eines nachhaltigen Chemikalienmanagements sollten die technische Hilfe und der Technologietransfer im Hinblick auf die Wirksamkeit bei der Beseitigung von POP überprüft werden.

Weitere notwendige Maßnahmen betreffen die Bewusstseinsbildung im Hinblick auf die verbotene Verbrennung von Abfällen in Haushalten oder die Verwendung von Aschen und Ruß aus Kleinfeuerungsanlagen für die Düngung. Daher ist die verstärkte Information der Öffentlichkeit ein weiteres Anliegen des Nationalen Durchführungsplanes.

Im Nationalen Aktionsplan wurden auch konkrete Aufträge für Studien z. B. betreffend POP-Konzentrationen in bestimmten Abfällen und weitere Monitoring-Aktivitäten verankert, um auch aus Bereichen Daten zu erfassen, in denen sie bislang nur sehr unzuverlässig zur Verfügung standen. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.

Weitere Informationen zu "MONARPOP" unter: www.monarpop.at

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001