1. Mai: LH Jörg Haider: "Arbeit darf nicht arm machen!"

Für weiteres Konjunkturpaket, massive Steuersenkung, gentechnikfreie Lebensmittel, mehr Bildungsautonomie - "Nur ein soziales Kärnten ist ein gerechtes Kärnten"

Klagenfurt (LPD) - In den letzten Jahren ist Kärnten moderner und zukunftsfester geworden. In vielen Dingen, etwa bei den erneuerbaren Energien oder der Lehrlingsausbildung, hat es eine Vorreiterposition erreicht. Diese Modernisierung und die positive Weiterentwicklung Kärntens unterstrich Landeshauptmann Jörg Haider am Dienstag in seiner Rede im Vorfeld des 1. Mai bei einem besonderen Abend unter dem Titel "Arbeit für das Land heißt Arbeit für die Menschen" vor über tausend Menschen in den Werkshallen der "Kioto Clear Energy" im Industriepark St. Veit.

Der Landeshauptmann hatte anlässlich des bevorstehenden "Tages der Arbeit" in die eben fertig gestellten Hallen geladen, die Zuhörer zeigten sich über die mit Musik, Tanz und Lichteffekten eindrucksvoll und aufwendig inszenierte Veranstaltung auch tief beeindruckt. Arbeit mit allen fünf Sinnen zu erfahren war der rote Faden, der sich durch den gesamten Abend zog. Jeder Gast erhielt als Aufmerksamkeit ein kleines Ziegelsteinchen auf einem Kärnten-Kärtchen und mit der programmatischen Aufschrift "Wir bauen das moderne Kärnten", um Arbeit zu "fühlen". Arbeit "gehört" wurde in einem eigens gebauten Gangsystem in einer weiteren Werkshalle, wo verschiedene Arbeitsgeräusche zu hören waren. Arbeit "sehen und hören" konnte man anschließend in einer dritten Werkshalle, die mit viel technischem Aufwand in eine multimediale Eventhalle verwandelt wurde: Neben der Rede des Landeshauptmannes fand dort eine Talkrunde mit führenden Persönlichkeiten und Unternehmern des Landes statt. Das moderne Kärnten und die notwendigen Weichenstellungen umriss Haider in seiner Rede und nannte zahlreiche Anliegen und Forderungen. Arbeit und Einkommen zu schaffen, sei das Ziel, unterstrich der Landeshauptmann einmal mehr das Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft.

Für die kleingewerbliche und mittelständische Wirtschaft brauche es ein zweites Konjunkturpaket, forderte der Landeshauptmann im Hinblick auf die sich abzeichnende Konjunktureintrübung. Diese Hilfestellung würde vielen Klein- und Mittelbetriebe gerade auch angesichts der Bankenkrise sehr gut tun.

Es brauche als Antwort auf die Globalisierung die Beteiligung der Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg. Er appellierte an die Sozialpartner, eine seriöse Lohnpolitik zu gestalten, bei der beide Teile profitieren. Eine massive steuerliche Entlastung zur Stärkung der Masseneinkommen und der Kaufkraft sei ebenfalls dringend notwendig. "Arbeit darf nicht arm machen", sagte der Landeshauptmann und wies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen sozialen Maßnahmen Kärntens hin. Die viel höhere Pendlerhilfe, das Babygeld, die Mindestsicherung, die erhöhte Wohnbeihilfe und der Teuerungsausgleich würden Kärnten als soziales Bundesland hervorheben. Der Landeshauptmann bekräftigte auch die Ablehnung von allgemeiner Sonntagsarbeit.

Nur ein soziales Kärnten sei gerecht und die Wirtschaft sei für die Menschen da, so Haider. Die globale Wirtschaft brauche dringend soziale und ökologische Spielregeln, eine Spekulationssteuer sei auch im Hinblick auf die Spekulationen im Lebensmittelbereich höchst notwendig.

Kärnten wolle ein gentechnikfreies Land sein und auf die Versorgung gesunder Produkte setzen, sagte Haider unter Hinweis auf die aktuelle Nahrungsmitteldiskussion. Kärnten könne damit punkten, dass es sich gesunder Ernährung verschreibe. Der Arbeitsplatz Bauernhof würde damit aufgewertet. Vor allem müsse es eine Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln geben, Brot sei kein Wegwerfprodukt, betonte der Landeshauptmann.

Im Bildungsbereich forderte der Landeshauptmann mehr Bildungsautonomie für die Bundesländer ein. Die Kärntner Betriebe sollten ihre wirtschaftlichen Chancen international verstärkt nutzen. Auch eine große Sommerinvestitionsoffensive werde es geben, sagte Haider und nannte wichtige Projekte, die umgesetzt bzw. auf Schiene seien, wie den Goldeck-Ausbau, die Kurzentren Bad St. Leonhard und Bleiberg, Hüttendorf Flattnitz und das Tibetzentrum, für welches bereits ein neuer Investor gefunden sei.

Der Landeshauptmann appellierte an das gemeinsame Wollen, wodurch Kärnten nach vorne gekommen sei und weiter Zukunft gewinnen könne. Miteinander sei so viel erreicht worden, zählte der Landeshauptmann Erfolge wie die Kelag-Partnerschaft, den Hypo-Anteilsverkauf und den Zukunftsfonds auf, der mit über einer Mrd. Euro ausgestattet sei.

Viele Bedenkenträger und Pessimisten habe man durch die Modernisierung hinter sich gelassen. So sei Kärnten in der Einkommenspolitik vor das Burgenland und die Steiermark aufgestiegen und liege gleichauf mit Niederösterreich. Kärnten habe einen Beschäftigtenrekord und über 100 Mio. Euro in die Modernisierung der Berufsschulen gesteckt.

Kärnten sei besonders stolz auf seine Lehrlingsausbildung. Wer keine Lehrlinge ausbilde, solle auch nicht die höchsten Förderungen bekommen, sagte Haider. Gerade im technischen Bereich sei die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften enorm. Ein Stipendium für Technikstudenten sollte eingeführt werden. Auf die Lehrlingsausbildung sei man besonders stolz, denn Kärnten sei auch das einzige Bundesland, das Lehre mit Matura für den Lehrling kostenlos anbiete.

Kärnten sei ein sicheres Bundesland. Gerade seine Forderung, straffällige Asylanten gleich abzuschieben bzw. festzusetzen, habe nun auch die Zustimmung aller Landeshauptleute gefunden.
Viele Ansiedlungen und Infrastrukturvorhaben seien realisiert, neue Märkte erfolgreich erschlossen, Forschung und Entwicklung sowie Technologieparks gefördert worden und mit dem Lakeside Park habe man den größten Wissenschaftspark Österreichs errichtet. Es gebe eine sehr interessierte Jugend und sehr mobile Mitarbeiter. Daher sei es unbedingt notwendig, die Pendlerkosten zu hundert Prozent steuerlich absetzen zu können. Auch das riesige Koralmprojekt werde realisiert, erwähnte Haider. Für den Wörthersee-Raum müsste es im Zuge des Bahnausbaus unbedingt Tunnelstrecken geben.

Als weitere wichtige Weichenstellung nannte der Landeshauptmann den Ausbau der Wasserkraft. Auch kleine Betreiber sollten hier eine Chance erhalten. Klagenfurt brauche eine vernünftige Energielösung, hierbei sollte auch Geld aus dem Klimafonds angesprochen werden. Kärnten sei modern und bodenständig. Es brauche regionale Stärke und tiefe Wurzeln sowie Werte für den rasanten Wandel, sagte Haider.

Auch die Fußballeuropameisterschaft EURO 08 sei eine große Chance zur weiteren internationalen Positionierung Kärntens. "Wir wollen ein guter Gastgeber sein, wir wollen neue Gäste", hob Haider die positive Einstellung zur EURO hervor.

Haider hob die großen Chancen Kärntens hervor. Öffentliche Gladiatorenkämpfe sollten vermieden werden. Sein Appell: "Arbeiten wir gemeinsam für das Land, es gibt eine riesige Agenda, die gemeinsam gemacht werden soll".

Im Vorfeld der Rede interviewte Martin Weberhofer (ORF Kärnten) im Rahmen einer Talkrunde den Solarpionier Robert Kanduth, Kabeg-Vorstand Franz Sonnberger, SK Austria Klagenfurt-Trainer Frenkie Schinkels, FIFA-Schiedsrichterin Tanja Schett, den Geschäftsführer der Carinthischen Musikakademie Knappenberg, Seppi Ofner, den Leiter des Mahle-Mechatronikzentrums in Wolfsberg, Hans Erlach sowie den jungen Mechtroniker Benjamin Joeres, den Vorstand von Carinthian Tech Research, Werner Scherf, die Hotelchefin Simone Ronacher und Peter Wolte, Geschäftsführer von Held & Franke in Villach.

Sonnberger sagte, dass Kärnten mit dem Megaprojekt des LKH Klagenfurt neu das modernste Krankenhaus Europas bekommen werde. Kanduth möchte mithelfen, Kärnten zum Musterland bei den erneuerbaren Energien zu machen. Ronacher sieht die EURO 08 als große Chance für neue Gästegruppen. Auch Schinkels freut sich auf das drittgrößte Sportereignis der Welt und über die Kärntner Fans. Schett sagte, es sei ihr gelungen, einen Meilenstein für die weiblichen Schiedsrichter zu setzen. Ofner hob das enorme Interesse an der Carinthischen Musikakademie hervor. Erlach und Joeres stellten die Mechatronik in Kärnten als große Zukunftsinvestition dar. Wolte sagte, dass Kärnten einen Bauboom erlebe. Scherf unterstrich die Bedeutung von Innovationen. Kärnten habe bei Forschung und Entwicklung österreichweit Rang drei erklommen, was großartig sei. Die Gesprächsrunde zeigte sich insgesamt von der Aufwärtsentwicklung Kärntens sowie von seiner hohen Lebensqualität beeindruckt.

Einen wahren Trommelwirbel inszenierte die Percussion Gruppe "Tap Act", die für diesen Auftritt extra aus Köln angereist ist. Passend zum Thema des Abends, der Arbeit, machten sie Musik mit Hilfe von Stehleitern und Tonnen. Begeisterung löste zuvor auch die junge Show-Gruppe des Tanzstudios "dancepoint" aus Wolfsberg aus. Den Abschluss bildete ein großer Empfang in einer weiteren Werkshalle, in der es darum ging, "Arbeit zu schmecken und zu fühlen." Das in Form von traditionellen Kärntner Köstlichkeiten. Zum Abschluss der Veranstaltung gab es traditionell einen Maitanz um einen in der Halle aufgestellten Maibaum. Unter den vielen Gästen sah man auch LHStv. Gerhard Dörfler, LR Uwe Scheuch, LAD-Stv. Dieter Platzer, die Nationalratsabgeordneten Gernot Darmann, Seppi Bucher und Veit Schalle, Claudia Haider, viele Bürgermeister, darunter "Hausherr" Bgm. Gerhard Mock, aber auch Läuferin Steffi Graf, Casino-Chef Hannes Anton, EM-Werber Jörg Schretter, Polizeikommandant Wolfgang Rauchegger und Sicherheitsdirektor Albert Slamanig sowie zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen Lebens, Unternehmer und Mitarbeiter der Firma "Greenonetec".
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