Der erste Karlspreis der Jugend geht an...Ungarn!

Vergabe der Karlspreise an die Jugendlichen gestern Abend in Aachen

Wien (OTS) - Das ungarische Jugendprojekt "Schüler ohne Grenzen" wurde gestern Abend in Aachen zum Sieger des erstmals vergebenen Karlspreises der Jugend gekürt. Das ungarische Projekt bringt jedes Jahr mehr als hundert Oberstufenschüler aus Rumänien, Slowakei, Ungarn, Serbien und Ukraine im Rahmen von Workshops zu europäischen Themen zusammen. Der zweite und der dritte Preis gingen respektive an Projekte aus Großbritannien und Griechenland. Übergeben wurden die Preise von Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, und André Leysen, Sprecher des Vorstands der Stiftung Internationaler Karlspreis. Mit dem von den beiden Institutionen ausgelobten Jugend-Karlspreis werden Projekte ausgezeichnet, die europäische Identität und Gemeinsinn in beispielhafter Weise verwirklichen.

Für Hans-Gert Pöttering hat "die erstmalige Vergabe des Karlspreis der Jugend demonstriert, dass Europa eine faszinierende Aufgabe bleibt." Der Präsident des Europaparlaments zeigte sich darüber hinaus "hoch erfreut, dass so viele junge Menschen aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union teilgenommen haben. Die jungen Europäer haben bewiesen, dass sie mit Ideen und Engagement Europa als gemeinsame Chance verstehen."

Martin Schulz, der Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament nahm an der Zeremonie teil und übergab den zweiten Preis an die Organisatoren des London Festival of Europe. Margaritis Schinas, Europaabgeordnete und Mitglied der griechischen Jury war ebenfalls anwesend.

Und die Siegerprojekte kommen aus ... Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Griechenland

Das Siegerprojekt "Schüler ohne Grenzen" findet jährlich in Ungarn statt. Über hundert Oberstufenschüler aus der Slowakei, Rumänien, der Ukraine und Serbien treffen sich zu gemeinsamen Workshops in Ungarn. Dieses Programm befördert den internationalen Meinungsaustausch unter Schülern zu Themen wie den neuen Bildungschancen in Europa, der Erweiterung der Europäischen Union und den EU-Strukturpolitiken. Die zwei Wochen, die die Schüler gemeinsam verbringen, dienen natürlich auch dem Kennenlernen anderer kultureller Traditionen und dem gemeinsamen Erleben. Nach der Rückkehr werden die neu gewonnenen Freundschaften on-line weiter gepflegt.

Hans-Gert Pöttering zu dieser Initiative: "Dieses Projekt, deren Teilnehmer die kulturelle Vielfalt Europas widerspiegeln, vermittelt in exemplarischer Weise Wissen über die Ziele der Europäischen Union und Verständnis für die von Europa vertretenen Werte. Das Projekt ist ein lebendiges Beispiel europäischer Werte."

´´London Festival of Europe´´ (Großbritannien) wurde für den zweiten Preis ausgewählt. Das Festival findet alljährlich für zwei Wochen an Londons prestigeträchtigsten Veranstaltungsorten statt und bietet frei zugängliche Lesungen, Diskussionen und Kunst-Events. 1500 Besucher sahen die 10 Veranstaltungen des im März 2007 erstmals organisierten Festivals anlässlich des 50sten Jahrestages der Römer Verträge. Elf Vereine stellten "eine große Anzahl an Veranstaltungen auf die Beine, um die vielen Gesichter eines vereinten Europas vorzustellen", betonte die Jury.

Der dritte Preis schließlich ging an die First High School of Byron in Griechenland. Seit 30 Jahren steht die Schule für eine Ausbildung, die auf die Herausbildung einer europäischen Identität großen Wert legt. Die Schule hat unter anderem ein neues Schulfach zum Thema "Europäische Integration" eingeführt, eine bis dato einmalig gebliebene Initiative in Griechenland. "Die intensive Beschäftigung mit allen Aspekten der Europäischen Einigung und die große Anzahl an Aktivitäten machen dieses Projekt besonders und beispielhaft" befand die Jury.

Aus Österreich nahm das Projekt eines europäischen Tretautorennens als Sieger der nationalen Ausscheidung teil. Bei dieser von Patricia Plasser vom BG/BRG Gmunden eingereichten Aktion werden die Autos von den teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland, Schweden, Litauen, Italien, Frankreich, der Türkei und Österreich selbst konstruiert und zusammengebaut. Der sportliche Hintergrund dieser im Herbst in Gmunden stattfindenden Veranstaltung soll zur Vertiefung der Beziehung zwischen den Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern beitragen, Grenzen und Vorurteile abbauen sowie die Bereitschaft zur Öffnung fördern.

Preise und Auswahlverfahren

Die prämierten drei Projekte erhalten Euro5 000, Euro3 000 und Euro2 000. Die drei Preisträger werden darüber hinaus im Juni das Europäische Parlament besuchen.

Im März dieses Jahres wählten die 27 nationalen Jurys, die sich aus mindestens zwei Abgeordneten des Europäischen Parlaments und einem Vertreter einer Jugendorganisation zusammensetzten, jeweils einen nationalen Sieger aus den eingereichten Projekten aus. Am 3. April 2008 kürte die europäische Jury - bestehend aus drei Abgeordneten und dem Präsidenten des Europäischen Parlaments sowie vier Vertretern der Karlspreisstiftung - drei Gewinner aus den 27 nationalen Projekten aus.

Preisträger treffen Angela Merkel

Heute Mittag werden die drei Preisträger in Aachen in einer Pressekonferenz mit Hans-Gert Pöttering und André Leysen vorgestellt. Am Abend treffen die Jugend-Karlspreisträger dann die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die morgen den Internationalen Karlspreis 2008 für ihre Verdienste um die Einigung Europas erhalten wird.

Audio- und Videomaterial zur Verleihung des Karlspreises der Jugend sind auf Anfrage erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Informationsbüro des Europäischen Parlaments
für Österreich
Mag. Georg Pfeifer
Presse-Attaché
Tel.: (++43-1) 516 17/206
georg.pfeifer@europarl.europa.eu
http://www.europarl.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IEP0001