Tag der Arbeitslosen: AK fordert bessere Chancen für ältere Arbeitslose

Linz (OTS) - Im Vorjahr waren in Oberösterreich rund 10.000 Menschen über 45 auf der Suche nach Arbeit. Die offizielle Statistik wies "nur" 6.151 Arbeitslose über 45 aus. Rund 3.800 Personen in Schulungen, Pensionsvorschussbezieher/-innen sowie Übergangsgeldbezieher/-innen waren nicht einberechnet. "Die gute Konjunktur nützt diesen Menschen nur wenig", sagt AK-Präsident Kalliauer.

Eine der Ursachen für die Probleme Älterer, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sind nach wie vor die Vorbehalte mancher Unternehmer. "Die Unternehmer übersehen meist die Stärken der Älteren, etwa, dass sie besonders effektiv arbeiten und über wichtiges Erfahrungswissen verfügen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Oft werde befürchtet, dass Ältere wenig belastbar, kaum lernfähig oder zu häufig krank seien. Auch werden ältere Arbeitnehmer/-innen vielfach bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen benachteiligt und sind einem nicht alternsgerechten Arbeitsumfeld ausgesetzt, kritisiert Kalliauer: "Damit schließt sich der Kreis: Die Vorurteile gegenüber den Älteren werden durch die Vorgangsweise der Unternehmen bestätigt und verfestigt."

Dass es auch anders geht, zeigen Beispiele einzelner Betriebe auch in Oberösterreich. Hier ist etwa der international tätige Möbelproduzent Team 7 und das E-Werk Wels zu nennen. Diese Betriebe wirtschaften überaus erfolgreich mit älteren Arbeitnehmer/-innen. Leider ist Österreich im Hinblick auf die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer/-innen erheblich unter dem Durchschnitt der EU (45 Prozent). Nur rund 35 Prozent der über 55-Jährigen sind noch beschäftigt (45 Prozent der Männer, 26 Prozent der Frauen). Österreich hat sich jedoch auf europäischer Ebene verpflichtet, bis 2010 diese Quote auf 50 Prozent anzuheben.

Dazu ist notwendig, dass heimische Betriebe die Ressourcen der Älteren erkennen und vermehrt ältere Menschen in Betrieben beschäftigen, flächendeckend gesundheitsfördernde Maßnahmen gesetzt werden, um die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen zu fördern bzw. zu erhalten. Für ältere Menschen, die "zu gesund" sind für die Pension, aber "zu krank", um einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden, müssen passende Lösungen angeboten werden, um das Hin und Her zwischen den Institutionen AMS, Pensionsversicherungsanstalt, Gebietskrankenkasse und Sozialamt zu beseitigen, die Beratung und Betreuung von älteren Arbeitslosen generell verbessert werden.

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