Neues Volksblatt: "Mission" (von Christian Haubner)

Ausgabe vom 29. April 2008

Linz (OTS) - Schock, Trauer, Wut, grenzenlose Fassungslosigkeit
und auch Angst - diese Gefühle überschwemmen jeden, der von einem solch schrecklichen Verbrechen wie jenem in Amstetten erfährt. Und das ist auch gut so. Zeigt es doch, dass unsere Gesellschaft keineswegs so kaltherzig und abgebrüht ist, wie mitunter behauptet wird.
Vor diesem Hintergrund bekommt auch die gern gescholtene mediale Berichterstattung einen wichtigen Stellenwert. Denn die Alternative wäre Sprachlosigkeit und die lässt kein Verarbeiten zu. Gerade eine derart verabscheuungswürdige Tat verlangt aber auch nach einer öffentlichen Diskussion. Was für eine Gesellschaft wären wir denn, wenn wir schweigend zur Tagesordnung übergehen würden? Selbstverständlich ist freilich, dass die Berichterstattung in Wort und Bild nicht sensationslüstern, sondern absolut seriös und die Privatsphäre der Opfer wahrend erfolgen muss! Dann kann sie dazu beitragen, die Betroffenheit zu kanalisieren und damit ein Klima zu schaffen, in dem Sensibilität und Zivilcourage noch mehr gedeihen. Und wenn dadurch künftig Leiden Hilfloser verhindert werden kann, eben weil wir nicht schweigen, dann hat jedes seriöse Medium seine wohl wichtigste Mission erfüllt.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001