Leserbrief an Kärntner Tageszeitung, Statement Brabeck zum Wasserverbrauch für Biokraftstoff

Ein Witz für Kärntner oder Steirer? Nein, einfach nur ein Witz!

Graz (OTS) - Herr Brabeck, Ex-Chef von Nestlé mischt sich in die aktuelle, ernst zu nehmende Diskussion über Lebensmittelpreise ein und findet rasch einen Sündenbock: Die Biokraftstoffe. Für 1 Liter BioDiesel würden 9100 Liter Wasser benötigt werden, so Herr Brabeck im ORF und in der Kärntner Tageszeitung.

Ganz genau nimmt er es dabei allerdings nicht: In der NZZ online vom 23.3.2008 sind es 4000 Liter, und zwar für Bioethanol, liest man ein paar Zeilen weiter sind es auf einmal 4000 Liter für Biodiesel. Na ja, einige Tage später sind es ohnehin 9100 Liter und nicht nur die Kärntner Tageszeitung nimmt das ungeprüft auf.

Woher Herr Brabeck diese Zahlen hat, können wir uns als Experten für BioDiesel-Produktionsanlagen nicht vorstellen. Auch ist Biodiesel nicht Bioethanol, weder Rohstoffe noch Produktionsverfahren sind vergleichbar.

Wasser ist kostbar, da ist man sich auf der ganzen Welt einig -das ja wirklich ohne Diskussion anerkannt kostbare Gut Wasser würde dem Nestlé Konzern natürlich fehlen, der ja mit Wasser so tolle Geschäfte macht. Dem angeblichen Wasserverbrauch für Biodiesel, wie in der Kärntner Tageszeitung zu lesen war, liegt vielleicht auch einer gezielten Falschinformation zugrunde deren Opfer Herr Brabeck wurde. Mit dem Preis nimmt es der Nestlé Konzern offensichtlich sehr ernst, denn 9,6 Milliarden sind ja nicht zu verachten. Hoffentlich bekommt der Quellenbesitzer mehr für sein Wasser als der Landwirt für seine Milch.

Der Konzern Nestlé gibt auf seiner Website für das Jahr 2006 9,6 Milliarden Schweizer Franken Umsatz mit dem Verkauf von Wasser an. Nestlé ist der weltgrößte Verkäufer von abgefülltem Wasser.

Nestlé hat bemerkenswerte Marken und international Wasservorräte -diese Produkte kaufen sich dann reiche Europäer und die Bewohner Afrikas bekommen großzügig ein paar Brunnen geschenkt, garniert mit einem Maggi Würfel um 2 Cent.

Herr Brabeck weiß auch, wie viel bei der Produktion seiner Wasserflaschen verloren geht: In der Ausgabe 15/2007 von "Die Zeit" berichtet Herr Brabeck, dass sein Konzern für jeden abgefüllten Liter Wasser 0,6 Liter verliert - das sind 60%. Bei rund 20 Milliarden Liter Wasser, die Nestlé verkauft, sind das 12 (zwölf!) Milliarden Liter Wasser. Wir wissen nicht, ob Herr Brabeck von Mineralwasser oder Trinkwasser spricht - kostbar ist es in jedem Fall - eingesetzt von Nestlé, um Gewinne zu machen.

Es lässt sich auch hier fragen, wo die Effizienz ist und was eine Umweltsünde ist. Immerhin verarbeitet das Verfahren der BDI 1 Liter Öl zu 1 Liter BioDiesel, kein Verlust. Biodiesel ist seit langem und auch heute noch eine der wenigen einsetzbaren und leistbaren Lösungen, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu verbessern.

Wir alle werden aber an vielen Fronten zu tun haben, um umweltfreundlicheres Leben zu schaffen, beim Heizen, im Verkehr und auch beim Wasser. Da könnte Herr Brabeck vor der eigenen Türe kehren.

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