Handy am Steuer: Viele finden es sehr gefährlich, aber die meisten tun es

Das Mobiltelefon am Ohr eines Autolenkers treibt den Österreichern den Angstschweiß auf die Stirn und wird keineswegs als Kavaliersdelikt gesehen.

Wien (OTS) - Handelt es sich um ein Kavaliersdelikt, wenn während des Autofahrens mit dem Handy am Ohr telefoniert wird? Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat dazu 500 Autolenker online und weitere 30 in Tiefeninterviews befragt: Ein Drittel der Befragten hält das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung für sehr gefährlich, weitere 46 Prozent stufen dieses Delikt als eher gefährlich ein. Mehr als die Hälfte der Autofahrer (52 %) ärgert sich sehr oder eher darüber, wenn sie andere Lenker mit dem Handy am Ohr beobachten. Das altbekannte Phänomen kommt auch beim Telefonieren am Steuer zum Tragen: Nur jeder Sechste erwischt sich selbst beim Hantieren mit dem Handy, 86 Prozent der Befragten gaben hingegen an, dass sie dieses Verhalten bei anderen oft beobachten. "Egal, ob es die anderen sind oder man selbst: Das Unfallrisiko eines Handy-Lenkers ist fünfmal höher als jenes der Nicht-Telefonierer", gibt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zu bedenken. "Beim Telefonieren wird die Aufmerksamkeit auf das Gespräch verlagert, das Verkehrsgeschehen tritt in den Hintergrund."

Warum Freisprecheinrichtungen von den meisten nicht genutzt werden

Was bewegt Autofahrer dazu, wider besseres Wissen beim Telefonieren keine Freisprecheinrichtung zu nutzen? Es ist eine Mischung aus Selbstüberschätzung und Bequemlichkeit. Die Befragten gaben an, dass sich viele nicht der Gefahr bewusst sind und glauben, alles im Griff zu haben. Kritisiert wurde außerdem, dass Freisprecheinrichtungen kompliziert, unpraktisch und unbequem sind, sowie eine schlechte (Ton-)Qualität haben. Nicht jeder besitzt eine Freisprecheinrichtung, jederzeitige Erreichbarkeit und Gewohnheit lässt viele dennoch zum Mobiltelefon greifen. "Für viele ist die private Unterhaltung wichtiger als die Sicherheit anderer", sagt Thann. "Der Mensch ist aber nur schlecht dafür geeignet, zwei unterschiedliche Tätigkeiten gleichzeitig durchzuführen. Durch das Hantieren mit dem Handy leidet die Bewegungsmöglichkeit, Gaspedal und Lenkrad werden abrupter betätigt."

Beobachtungen im Straßenverkehr

Bei Verkehrszählungen im Jahr 2007 im Großraum Wien wurde das Telefonierverhalten im fließenden Verkehr beobachtet. Wurde im Jahr 2006 nur jeder 19. Kfz-Lenker mit einem Handy am Ohr gesichtet, war es 2007 jeder neunte. Im städtischen Randbereich und auf der Autobahn telefonierte jeder siebente beobachtete Fahrer ohne Freisprecheinrichtung (2006: jeder 20.). Auch zwei Drittel der befragten Personen in der aktuellen Untersuchung waren der Ansicht, dass im Alltag die Zahl der lenkenden Telefonierer steigt.

Einstellung zu Kontrolle und Strafe

Vier von fünf Befragten geben an, dass es sehr oder eher wichtig ist, mehr gegen Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung zu unternehmen. Mehr als ein Viertel meint sogar, dass jegliches Telefonieren am Steuer verboten sein sollte. Derzeit wird bestraft, wer mit dem Handy am Ohr erwischt wird. Die Strafe von 50 Euro kann jedoch nur dann verhängt werden, wenn der Fahrer angehalten wird, Handy-Lenker in Fahrt können nicht belangt werden. Die Strafhöhe wird von den meisten der Befragten als sinnvolle und angemessene Maßnahme bewertet.

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