Strom statt Diesel: Regionalbahnen elektrifizieren ist ein aktiver Klimaschutz-Beitrag

AKNÖ fordert zusätzlich 2-gleisigen Ausbau von Stockerau nach Hollabrunn

Wien (OTS) - In den vergangenen 10 Jahren wurden in Niederösterreichs Eisenbahnnetz nur 27 km elektrifiziert: von Mistelbach bis Laa/Thaya. "Das ist zu wenig", sagte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger angesichts der aktuellen Klimaschutzdebatte. "Ich fordere ein Sonderprogramm zur Elektrifizierung in Niederösterreich." So ließe sich der Co2-Ausstoß auf der Bahn auf Null reduzieren. Allein im Kernnetz gibt es sieben Linien, die noch mit Dieselbetrieb fahren und das, obwohl eine Diesellok mit 35% Wirkungsgrad der eingesetzten Energie weit hinter den 95% einer modernen E-Lok liegt.

Die Niederösterreichische Arbeiterkammer kritisiert, dass Personen-und Güterzüge aus der Slowakei nach Österreich noch immer von Diesellokomotiven gezogen werden müssen, weil die Strecke von Marchegg nach Stadlau nicht elektrifiziert worden ist. AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister: "Da sich der Verkehr auf der Schiene zwischen Pressburg und Wien seit der Ostöffnung vervielfacht hat, ist es notwendig, die Bahn durch das Marchfeld zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren." Wenn Österreich das Klimaziel verfehlt, müssten sonst als Ausgleich teure Co2-Zertifikate gekauft werden.

Weitere Elektrifizierungen: Wr Neustadt-Sopron, Krems-St. Pölten, Aspangbahn

In Niederösterreich gibt es noch eine Reihe von wichtigen Bahnen mit klimaschädlichem Dieselbetrieb. Thomas Kronister: "Die Verbindung zwischen Krems und St. Pölten gehört dringend modernisiert und elektrifiziert. Zum Teil müssen Schranken noch per Handkurbel bedient werden. Auch die Aspangbahn über den Wechsel und die Bahnlinie von Wiener Neustadt nach Gutenstein sollten elektrifiziert werden." Die innere Aspangbahn (Wr. Neustadt - Wien) liegt überhaupt im Dornröschenschlaf. Sie führt mitten durch die Orte und könnte mit einer Spange bei Achau in die Pottendorfer und mit einer Spange in Meidling direkt in das Wiener Stammnetz der Schnellbahn eingebunden werden. Damit wäre eine umstiegsfreie Fahrt bis nach Wien möglich.

Pottendorfer Linie: 20 Jahre Ankündigung sind genug - jetzt 2-gleisig ausbauen Für die ständig überlastete Südbahn ist es dringend notwendig, in die Pottendorfer Linie zu investieren und endlich einen viergleisigen Ausbau von Wien bis Mödling zu beginnen. Damit die Bahn attraktiver wird sind nicht nur auf der Autobahn mehrere Spuren notwendig, vor allem, weil es auf der Südbahn zu den Spitzenzeiten beim Pendeln Engpässe gibt. Auch von Stockerau nach Hollabrunn und von Tulln nach Absdorf-Hippersdorf ist der 2-gleisige Ausbau nach Ansicht der AKNÖ geboten. Kronister: "Zum Teil muss man nur die voreilig abgetragenen Gleise wieder neu verlegen."

Rückfragehinweis: Dipl.-Geograf Thomas Kronister, (01) 588 83-1602

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