Gusenbauer: Zuwanderern Bildung und Teilhabe an Gesellschaft ermöglichen

Wien (SK) - Ein entscheidender Punkt für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei es, Zuwanderern "Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen", dabei dürfe aber nicht auf deren Verpflichtungen, wie das Erlernen der Sprache, vergessen werden, betonte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Sonntag bei der Gesprächsreihe "Reden über Europa" zum Thema "What holds the society together". Gusenbauer diskutierte, unter der Leitung von Krzysztof Michalski, mit dem italienischen Innenminister Giuliano Amato, dem britischen Soziologen Anthony Giddens und Jennifer Hochschild, Professorin an der Harvard University. Im "europäischen Zeitalter" bekämen "Grenzen neue Bedeutungen", erklärte Gusenbauer, "das Projekt der europäischen Integration stellt neue Möglichkeiten bereit, wie Gesellschaften neugestaltet werden können und friedlich zusammenleben".****

Gerade im Bezug auf die Globalisierung habe die EU "ihre führende Rolle, den Charakter der Globalisierung neu zu definieren, noch nicht voll ausgeschöpft", so der Bundeskanzler, der forderte, "wir sollten diesbezüglich nicht defensiv sein". Im Rahmen der EU habe man viel mehr Möglichkeiten zu pragmatischen Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu kommen.

Eine funktionierende Gesellschaft, die immer stärker geprägt ist von Einflüssen wie Zuwanderung, stehe in starker Verbindung mit den "Rechte und Pflichten ihrer Bürger", so Gusenbauer. Gerade in Bezug auf die Zuwanderung, gehe es um "die Multikulturalität der Gesellschaft, die allen Menschen Möglichkeiten und Chancen" biete, erklärte der Bundeskanzler. "Bildung, die Teilhabe am Sozialstaat und der Traum, dass man seine Wünsche erfüllen kann und ein besseres Leben hat" seien die Hauptursachen für die Zuwanderung, von der die europäischen Gesellschaften auf verschiedenste Art betroffen seien.

Wohlfahrtsstaat als Gesellschaftskitt

Auch die bedeutende Rolle des Wohlfahrtsstaates in einer funktionierenden Gesellschaft, unterstrich Gusenbauer. "Der Sozialstaat ist das wesentliche Element um soziale und wirtschaftliche Kohäsion zu garantieren", so der Bundeskanzler. Die wichtigste Frage sei, wie der Sozialstaat reformiert und wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Dies sei nicht nur eine nationale, sondern europäische Frage. Gusenbauer schlug hierzu vor:
"Wir müssen vom Konzept, dass die Menschen individuell unterstützt, hin zu einem System, dass die Menschen befähigt etwas beizutragen." Diese Debatte sei zu führen, wenn man den Wohlfahrtsstaat erhalten wolle, so der Bundeskanzler abschließend. (Schluss) ar

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