Arbeitsunfälle: GdG fordert zusätzliche Gesundheitstage

Internationaler Gedenktag: Steigende psychische Belastungen am Arbeitsplatz besonders besorgniserregend

Wien (GdG/ÖGB) - Arbeitsunfälle und anerkannte Berufskrankheiten sind nur die Spitze des Eisberges "Krank durch Arbeit". ExpertInnen gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent aller Erkrankungen arbeitsbedingt sind. Anlässlich des Gedenktages für die Opfer von Arbeitsunfällen am 28. April forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Christian Meidlinger, daher heute, Sonntag, ein Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz, ein nationales Programm für alternsgerechtes Arbeiten und zusätzliche Gesundheitstage zur Entlastung der ArbeitnehmerInnen.++++

"Besonders die zunehmenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz wie etwa Burn Out und Mobbing sind besorgniserregend", erklärte Meidlinger. Der heuer erstmals erschienene Fehlzeitenreport Österreichs hat ergeben, dass bereits fast 5 Prozent aller Krankenstandstage auf psychiatrische Erkrankungen zurückzuführen sind. Das ist auch die am stärksten steigende Krankheitsgruppe in Österreich Zum Vergleich: 1994 machte dieser Bereich nur 1 Prozent aus.

"Dem Fehlzeitenreport zufolge verursachen Absenzen aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen jedes Jahr Kosten in der Höhe von 12 Milliarden Euro - ein Viertel davon durch psychische Erkrankungen", betonte Meidlinger. 2006 sind rund 10.000 KollegInnen, durch Muskel-und Skeletterkrankungen arbeitsunfähig geworden und mussten in Erwerbsunfähigkeitspension gehen. Zirka 8.000 Menschen mussten auf Grund psychiatrischer Erkrankungen in Erwerbsunfähigkeitspension.

"Der Zugang zur Invaliditätspension darf nicht weiter erschwert werden", forderte Meidlinger. Dass InvaliditätspensionistInnen wirklich krank sind und nicht, wie gerne behauptet, diese Form der Frühpensionierung als Schlupfloch verwenden, belegt eine aktuelle WIFO-Studie: Die Studie zeigt, dass InvaliditätspensionistInnen rund zehn Jahre früher sterben als andere PensionistInnen.

"Die Zahl der InvaliditätspensionistInnen muss weiter sinken. Allerdings nicht durch eine Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen, sondern dadurch, dass die ArbeitnehmerInnen gesund bleiben und bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten können", stellt der GdG-Vorsitzende fest und fordert: "Nur die rasche Umsetzung eines Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetzes, wie im Koalitionsübereinkommen vereinbart, ein nationaler Aktionsplan zur Beschäftigung Älterer und kreative Maßnahmen wie zB zusätzliche Urlaubstage zur Erholung können hier Perspektiven schaffen".

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