Neues Volksblatt: "Lercherl" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 26. April 2008

Linz (OTS) - Wenn man den Bock zum Gärtner macht, was passiert
dann wohl im Garten? Vermutlich eher selten das, was dem Garten nützt. Und ähnlich ist die Situation offenbar, wenn man einen Zivildiener zum Verteidigungsminister macht und dieser dann noch den Deal mit den ungeliebten und parteipolitisch bekämpften Eurofightern abwickeln muss. Mehr noch: Der zu seiner eigenen Überraschung zum Verteidigungschef mutierte Norbert Darabos musste das Eurofighter-Geschäft nicht nur abwickeln, er musste versuchen, dies nach außen hin so zu tun als hätte er das seinerzeitige Wahlversprechen ("Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag") wenigstens teilweise gehalten. In dieser Situation war Darabos für die Eurofighter-Verhandlungspartner vermutlich ein Lercherl, wie man in Wien sagen würde. Auf Gegengeschäften zu bestehen oder gar für die Wartungsverträge solche zu verlangen, das hat - so darf man vermuten - die andere Seite nur ein müdes Lächeln gekostet. So entgingen Österreich zwar Gegengeschäfte im Ausmaß von rund 800 Millionen Euro, aber dafür konnte Darabos etwas als Erfolg verkaufen, wofür in Wahrheit jeder Manager, hätte er so verhandelt, gefeuert würde.

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