"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Wahlkampf ohne Themen" (Von MARIO ZENHÄUSERN)

Plautz hat Gurgiser den Soloauftritt vermasselt. Ob das reicht, um die ÖVP zu retten, ist zweifelhaft. Ausgabe vom 26./27. April 2008

Innsbruck (OTS) - Seit Freitag befindet sich Tirol endgültig im Wahlkampf. Die Präsentation von VP-Quereinsteiger Konrad Plautz auf der einen und die Bekanntgabe der Kandidatur von Fritz Gurgiser auf der anderen Seite läuteten die heiße Phase einer spannenden Auseinandersetzung ein, die leider viel zu sehr von Personen und viel zu wenig von Sachthemen beherrscht wird.
Transitguru Gurgiser hat seine Entscheidung lange hinausgezögert. Aus persönlichen Gründen, wie er sagt, aber natürlich auch der Taktik zuliebe. Sein tagelanges Zaudern bescherte der Liste Dinkhauser nämlich eine mediale Aufmerksamkeit, die sie sonst wohl nur schwer erreicht hätte. Dies umso mehr, als sich hinter Dinkhauser und Gurgiser eine gewisse Namenlosigkeit breitzumachen scheint. Gurgisers Entscheidung für Dinkhauser ist nicht überraschend. Ein Nein zur Kandidatur hätte ihn auf Dauer beschädigt, vor allem in seiner Funktion als Kämpfer gegen den Transitverkehr und gegen die machtverliebte VP-Clique im Land. Wenn jetzt ausgerechnet er trotz Landtagskandidatur weiter im Vorstand der Arbeiterkammer und an der Spitze des Transitforums bleiben will, so nagt das zumindest an seiner Glaubwürdigkeit.
Die ÖVP hat mit Plautz einen echten Überraschungscoup gelandet - und damit dem Duo Dinkhauser/Gurgiser zumindest die alleinige Wochenend-Schlagzeile vermasselt. Ob das aber ausreicht, um den festgefahrenen schwarzen Karren wieder flottzukriegen, ist anzuzweifeln. Dazu braucht es mehr als einen Fußballschiedsrichter von internationalem Format, der auch schauspielern kann.

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