"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Nachfragen ist erlaubt"

Nahrungsmittel sind teurer als in Deutschland - ein Wettbewerbsproblem.

Wien (OTS) - Preisvergleiche, noch dazu grenzüberschreitende, sind immer heikel. Vieles ist in Österreich teurer, keine Frage, manches aber - wie etwa der Sprit - auch billiger als in Deutschland.
Die Lebensmitteldiskonter, die die AK unter die Lupe genommen hat, agieren in ihrer Preispolitik nicht anders als etwa Autokonzerne. Auch sie verlangen in jedem Land den jeweils höchsten Preis, der sich unter den gegebenen Wettbewerbsbedingungen gerade noch durchdrücken lässt. Das ist Marktwirtschaft, auch wenn das Kritiker gerne synonym mit Abzocke gleichsetzen.
Dazu gehört auch, dass der Wettbewerb in Deutschland viel schärfer ist als hierzulande. Diskonter haben dort einen Marktanteil von 40 Prozent, in Österreich bekommen sie nur 20 Prozent vom Kuchen. Solange dem Handel keine illegalen Preisabsprachen nachgewiesen werden können, sind auch der Wettbewerbsbehörde die Hände gebunden. Nachfragen muss aber dennoch erlaubt sein. Den vollmundigen Ankündigungen, mittels Preismonitoring und verdeckten Einkäufen den Handel ein wenig an die Kandare zu nehmen, sind bisher keinerlei Taten gefolgt.

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