Bischöfe Österreichs und Ungarns...(1 a)

"Gemeinsame Heimat" Mariazell

Kardinal Schönborn nahm darauf Bezug, dass die ungarischen und österreichischen Bischöfe erstmals seit dem Fall der "Schengen-Grenze" am 21. Dezember des Vorjahrs zusammengekommen sind. Durch den Wegfall der Grenzkontrollen seien die Menschen in Mitteleuropa einander wieder ein "sehr großes Stück" näher gekommen. Viele politische Verantwortungsträger in Ungarn, Österreich und in der Europäischen Union hätten sich dafür eingesetzt, ihnen allen gebühre Dank. Für die Bischöfe sei es ein "tiefsinniges Zeichen", dass der 21. Dezember zugleich der "Gründungstag" von Mariazell ist. Gerade an diesem Ort hätten immer wieder viele Pilger aus Ungarn in der schweren Zeit des Kommunismus inständig darum gebetet, dass der Eiserne Vorhang fällt und die Freiheit wieder erlangt werden kann.

Mariazell sei für Ungarn und Österreicher eine "gemeinsame Heimat", unterstrich der Wiener Erzbischof. Der Mitteleuropäische Katholikentag mit der "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai 2004 habe es deutlich gezeigt. Ein Höhepunkt dieser Verbundenheit sei auch die Präsenz vieler ungarischer Katholiken mit ihren Bischöfen bei der Pilgerreise Papst Benedikts XVI. anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell im Vorjahr gewesen.

Als Frucht des Mitteleuropäischen Katholikentags hätten sich die Bischöfe vorgenommen, das Miteinander zu stärken. Dieses Miteinander sei nie gänzlich abgebrochen gewesen. Auch in der schwersten Zeit des Kommunismus habe es die Verbundenheit im Gebet und große materielle Hilfe im Verborgenen - etwa durch den "Europäischen Hilfsfonds" -gegeben.

In besonderer Weise erinnerte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz an den "entschiedenen Christen und großen Sohn Ungarns", Kardinal Jozsef Mindszenty, dessen sterbliche Hülle jetzt in Esztergom ruht. Dieser "furchtlose Hirte" sei mit Österreich, besonders aber mit Mariazell sehr verbunden gewesen; dort habe Mindszenty nach seinem Tod 1975 auch vorübergehend "Heimat" in der Basilika gefunden.

"Ja zum Leben, ja zum Glauben"

Heute gehe es für die Christen in Österreich und Ungarn um ein "dreifaches Ja", unterstrich Kardinal Schönborn. Das "Ja zum Leben" von seinem Beginn bis zum natürlichen Ende bedeute zugleich auch ein "Ja" für Ehe, Familie und Kinder. Im Sinn eines entschiedenen "Ja zum Glauben" ermuntere Papst Benedikt XVI. die Christen, in "demütiger und selbstbewusster Weise" den Glauben zu leben und ins Gespräch zu bringen; "Dialog" und "Mission" seien für den gläubigen Christen zwei Konsequenzen aus der Gewissheit, "dass Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist". Dieses "Ja zum Glauben und zum Leben" würden die Christen am Sonntag feiern, "der ein Geschenk für alle Menschen ist". Daher brauche es in der Gesellschaft "starke Allianzen für den arbeitsfreien Sonntag". (forts)
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