Gusenbauer: Globalisierte Finanzmärkte brauchen globale Aufsichtsbehörden

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer eröffnete das Bankenforum der mittel- und osteuropäischen Länder in Wien

Wien (OTS) - Gusenbauer rühmte bei seinem Begrüßungsstatement den enormen Fortschritt der mittel- und osteuropäischen Länder in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Regionen seien höchst dynamisch und hätten außergewöhnlich gute Aussichten auf Wachstum und Wohlstand. "2007 war das sechste Jahr in Folge, in denen die Wirtschaft dieser Regionen schneller wuchs als jene Westeuropas. Die Dynamik wurde Motor für ganz Europa.".

Diese Entwicklung sei durch Kapitalflüsse aus der EU 15 unterstützt und ermöglicht worden, die Staaten seien nun nicht nur wichtigster Handelspartner, sondern auch größter Investor.

Auch Österreichs Banken hätten die Marktchancen früh erkannt und zeigten eine beachtliche Präsenz in der Region: Der Marktanteil liege in den mittel- und osteuropäischen Ländern bei 40 bis 60 Prozent. Umgekehrt verdanken österreichische Banken ihren Geschäften in Mittel- und Osteuropa etwa 40 Prozent ihres Gewinns vor Steuer.

Dass die Konzernzentralen dieser Banken in Österreich liegen, sei wichtig für die Finanzstabilität in Österreich. Da Österreich aber auch Töchter ausländischer Banken beherberge, darunter eine der größten Banken des Landes, "kennen wir durchaus beide Seiten der Medaille und unterstützen alle Maßnahmen zu verbesserter Zusammenarbeit und zum verstärkten Informationsaustausch der für die international tätigen Banken zuständigen Behörden!", betonte der Kanzler.
Dazu seien Memoranden auf EU -Ebene ebenso wie bilaterale Abkommen mit den meisten mittel- und osteuropäischen Staaten unterzeichnet worden.

Die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten zeigten auch, dass es neue Herausforderungen gebe, wenn das Vertrauen zwischen den Marktteilnehmern gestört ist. Gusenbauer plädierte daher für einen deutlichen Wandel der Kultur der Finanzmärkte und forderte vor allem Transparenz und antizyklische Steuerung. Information über Finanzinstrumente, Märkte und Institutionen sei Vorraussetzung, um Ansteckung und Herdentrieb, der in große Turbulenzen führe, vorzubeugen. Antizyklische Steuerung sei notwendig, weil die meisten Regeln und Vorgangsweisen prozyklisch wirkten, und damit sowohl Booms als auch Rezessionen verstärkt würden.

"Ich bin überzeugt, dass in Zeiten der Globalisierung die Finanzwelt eines höheren Grades an Koordination und Aufsicht bedarf!", resümierte Gusenbauer. "Wir brauchen globale Institutionen, die für die Stabilität der globalen Finanzmärkte sorgen!"

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