Bundesregierung muss Hausaufgaben gegen enorme Lebensmittel-Teuerungen erledigen

Frais: "Vorhandene Möglichkeiten auf nationaler Ebene gegen Preislawine nützen"

Linz (OTS) - "Exzessive Spekulation und internationale Missernten sind Faktoren der weltweiten Lebensmittel-Preissteigerungen, die Österreich nicht beeinflussen kann. Aber die österreichische Bundesregierung kann durch politische Maßnahmen zur Entschärfung der Preis-Situation am heimischen Lebensmittelmarkt beitragen", betont SP-Klubobmann Dr. Karl Frais. Im gesamten EU-Raum wird Landwirtschaft finanziell hoch gefördert, um Qualität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Jetzt ist es an der Zeit die Versorgungssicherheit von Landwirtschaft, Handel und Produktion einzufordern, um den heimischen Markt abseits von internationalen Spekulationen zu versorgen. Kurzsichtige Profite durch hohe Weltmarktpreise müssen da zurückstehen", so Frais.

Entscheidend für die weitere Preissituation wird auch sein, ob der -wie Experten und Umweltorganisationen bestätigen - verfehlte Weg der Agrartreibstoffe weiter verfolgt wird. "Österreich hat jetzt die Chance zum Vorbild in einer entscheidenden ökosozialen Zukunftsfrage zu werden. Denn Agrarsprit hat in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur wegen seiner zweifelhaften Öko-Bilanz für Schlagzeilen gesorgt, sondern auch wegen der Gefahr der radikalen Verknappung des Lebensmittelangebots. Es ist daher falsch, diese höchst umstrittene Technologie auf dem derzeitigen Entwicklungsstand zu forcieren. Viel wichtiger ist eine sachliche Neuorientierung und zielgerichtete Forschung, um effizientere Technologien zu fördern", stellt der SP-Klubchef klar.

"Waren vor wenigen Jahren noch Produzenten und Verarbeiter die Hauptakteure an den Getreidebörsen, so sind es heute primär Rohstoff-Spekulanten und Hedge-Fonds. Deshalb wird vom sogenannten Marktpreis an diesen Börsen kein seriöses Abbild von Angebot und Nachfrage erstellt. Es herrscht Marktversagen. Weil aber schon aus ethischen Gründen nicht auf Kosten der Lebensmittelversorgung Spekulations-Profite erwirtschaftet werden sollen, sind die nationalen Regierungen gefordert, für Alternativen zu sorgen. Für Österreich bedeutet das eine Forcierung der nationalen Selbstversorgung im Sinne eines ökosozialen Zusammenwirkens von Landwirtschaft, Produzenten und Konsumenten", so Frais. Ergänzt werden sollen diese Maßnahmen durch ein differenziertes Preis-Monitoring, wodurch die Ursachen von Preissteigerungen nachvollziehbar gemacht werden, sowie durch scharfe wettbewerbs- und kartellrechtliche Kontrollen.

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