VIER PFOTEN ermahnt EU-Kommission und Bundesregierung: Neue Beweise für Grausamkeit bei Robbenjagd erfordern sofortiges Importverbot

Wien (OTS) - VIER PFOTEN ruft heute gemeinsam mit weiteren internationalen Tierschutzorganisationen wie Eurogroup for Animals, IFAW und HSI, die Europäische Kommission dazu auf, Robbenprodukte zu verbieten. Dem Verbund liegen erneute Beweise für die grausamen und verheerenden Praktiken bei der zurzeit stattfindenden Robbenjagd in Kanada vor. Im Nationalrat wurde ein Importverbot bereits vor genau einem Jahr beschlossen und seither nicht umgesetzt.

Brandaktuelle Bilder und Videoaufnahmen widersprechen Kanadas Behauptung, dass die neuen Regeln die jährliche Jagd humaner gemacht hätten. Die Beweisbilder zeigen Jäger, welche die Regulierungen ignorieren, beim schnellen Töten der Robben versagen und lebende Robben in Boote zerren. Zudem bleiben viele der verletzten oder getöteten Robben den Wellen überlassen, da die Jäger sie nicht rechtzeitig erreichen. Aus diesen Gründen hält die Eurogroup for Animals, deren Österreich-Vertretung VIER PFOTEN ist, heute in Brüssel eine Pressekonferenz ab und fordert die Kommission auf, ein Handels- und Importverbot für Robbenprodukte auszusprechen.

In Österreich wurde schon am 24. April 2007 ein nationales Handels- und Importverbot von Robbenprodukten einstimmig im Parlament beschlossen. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer erhielt außerdem im letzten Jahr von Tierschützern zur Beschleunigung den deutschen Gesetzestext, um das Verbot auch in Österreich um zu setzen. "Gusenbauer sicherte dabei seine vollste Unterstützung zu, hat dies aber bis heute nicht getan", so Tamara Risch, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. Derzeit wird an einem Fünf-Parteien-Antrag gearbeitet, um ein nationales Verbot endlich auch für Österreich zu erreichen.

Damit wäre Österreich in guter Gesellschaft. Die Niederlande, Belgien, Kroatien, Slowenien, die USA und Mexiko haben den Handel und Import von Robbenprodukten schon längst verboten. In Deutschland und Italien befinden sich die nationalen Verbote derzeit ebenfalls kurz vor der Umsetzung.

Tierschützer besuchten die Ostküste Kanadas Anfang des Monats um aus erster Hand zu bezeugen, wie Jäger Robben zu Tode prügeln. "Niemand, der zugesehen hat, wie Robben getötet und über das Eis geschleift wurde, kann behaupten, dass die Jagd humaner geworden ist. Das Videomaterial zeigt, dass die Jagd so grausam ist wie eh und je und, dass sie in einem modernen Land wie Kanada keinen Platz mehr hat", so Risch. "Das größte weltweite Gemetzel an Meeressäugern hat schon zu viele Jahre gedauert. Nun muss damit Schluss sein."

Das Verbot von Robbenprodukten wird von großen Teilen des Europäischen Parlaments unterstützt. Im Jahre 2006 unterzeichnete die Rekordanzahl von 425 Parlamentariern eine schriftliche Deklaration, welche die Kommission dazu ermahnte, den Handel mit allen Robbenprodukten zu verbieten. Die Robbenjagd wurde ebenso vom Parlamentarischen Ausschuss für Schutz und Erhalt von Tieren verurteilt.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erwartet, seine Entscheidung zu einem möglichen Verbot in den nächsten Wochen bekannt geben zu können.

Bilder und Videomaterial sind zu finden auf www.thenewsmarket.com/ifaw/

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