Kaum Extremismusgefahr für Österreich

Salafismusexperte Amghar sieht geringes Extremismuspotenzial bei europäischen Moslems

Wien (OTS) - Der französische Soziologe Samir Amghar präsentierte auf der Politischen Akademie der ÖVP seine Forschungsergebnisse zum Thema Islamismus. Seine Erkenntnis: Die Zahl der Anhänger des militanten Islam in Europa sei mengenmäßig so klein, dass sie mittel-und langfristig keine Gefahr für die europäischen Demokratien darstellen.

Attraktiv für Jugendliche in städtischen Ballungszentren
Die Wurzeln des Salafismus oder Wahabismus gehen bis in das 7. Jahrhundert zurück. "Salaf" bedeutet Vorfahre. Der Salafismus findet seine Anhänger vor allem bei muslimischen Migranten der zweiten und dritten Generation, bei Flüchtlingen und bei den zahlenmäßig größer werdenden Konvertiten. Die wachsende Religiosität vieler Einwandererkinder sei eine Erscheinung der 1990er Jahre. Für junge Moslems sei der Salafismus eine attraktive Alternative, da sich die politischen Erwartungen vieler islamischer EU-Bürger bislang nicht erfüllt hätten. Der Salafismus erklärt sich für Amghar nicht aus einer Krise des Islam, sondern wegen des Mangels an politischer Repräsentation des Euroislam.

Drei salafistische Strömungen

Der Salafismus oder Wahabismus als politische und religiöse Bewegung bezeichnet eine islamische Strömung, für die nur die Worte des Propheten Mohammed und dessen Gefährten den wahren Islam repräsentierten. Von den fünf Millionen französischen Moslems sind nur 5000 Muslime Salafisten. Innerhalb des Salafismus gibt es drei Strömungen: eine revolutionär-dschihadistische, eine missionarische und eine politische. Die politische Strömung akzeptiert die Grundregeln des demokratischen Miteinanders: Partizipation und Meinungsfreiheit. Alle drei Grundrichtungen wollen die Durchdringung des Islam in sämtliche Lebensbereiche. Sie begreifen sich als Gegenmodell zum laizistischen Staatsmodell und fühlen sich aufgerufen, Europa vor dem geistigen und moralischen Verfall zu bewahren.

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