Kinderbetreuung ist Zukunftschance

Sozialpartner und Industriellenvereinigung appellieren an Bund, Länder und Gemeinden, die Kinderbetreuung zügig auszubauen.

Wien (OTS) - Die Bundesregierung hat für die Jahre 2008 bis 2010
je 20 Mio. Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem für unter 3-Jährige, zur Verfügung gestellt. Diese Finanzmittel sind maßgeblich auf eine Forderung von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, ÖGB, Landwirtschaftskammer und Industriellenvereinigung zurückzuführen. Angesichts der in der kommenden Woche stattfindenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern appellieren die Sozialpartner an die Verhandlungsparteien, eine zukunftsorientierte Lösung zu ermöglichen.

Aus Sicht der Sozialpartner stellt die steigende Qualifikation von Frauen einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen dar. Allerdings ist die Erwerbstätigkeit von Frauen aufgrund von Betreuungspflichten in der Praxis häufig schwierig. Dies hat beträchtliche negative Auswirkungen auf die ökonomische Lage der Frauen sowie die Einkommensverteilung zwischen den Geschlechtern, auf das Innovationspotenzial von Unternehmen, das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Hinzu kommen negative Auswirkungen auf die demografische Entwicklung.

Um diesen Nachteilen entgegen zu wirken, treten die VertreterInnen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam für eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen soll die Wahlfreiheit für Eltern verbessert werden. Eine der wesentlichsten Säulen gelingender Vereinbarkeit ist eine ausreichende Anzahl von Kinderbetreuungseinrichtungen, die als Chance für Wirtschaft, Arbeit und Familie zu sehen sind.

Konkret ist jetzt notwendig, die Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuungsplätzen im gesamten Bundesgebiet zu nutzen. Bereits jetzt ist die Betreuungsquote für Kinder bis 3 Jahren mit unter 13 % viel zu gering bemessen. Der Ausbau der Kinderbetreuung ist aber auch eine unerlässliche Begleitmaßnahme zur Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes. Wie erste Zahlen zeigen, wird die ab Anfang 2008 eingeführte Flexibilität beim Kinderbetreuungsgeld von den Eltern gut angenommen. Damit wird die Berufsrückkehr früher erfolgen und die Lücke bei den Betreuungsangeboten für unter 3-Jährige weiter ansteigen. Bundesländer und Gemeinden sind aufgefordert, den damit zusätzlich entstehenden Bedarf in der Kinderbetreuung vorausschauend zu planen.

Auch ein internationaler Vergleich zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Österreich zählt zu den europäischen Schlusslichtern bei der Kleinkindbetreuung. Wird nicht rasch der Ausbau an Betreuungsplätzen vorangetrieben, wird Österreich nicht nur das Barcelona-Ziel weit verfehlen, sondern auch weiterhin bei der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern besonders schlecht abschneiden. Für die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern ist ein Ausbau der Kinderbetreuung mit entsprechender Qualität und ganztägigen Öffnungszeiten unerlässlich.

Die Sozialpartner und die IV appellieren an Bund, Länder und Gemeinden, ihrer wichtigen Verantwortung sowohl für die Kinder als auch für die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben durch eine qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung nachzukommen.

Rückfragen & Kontakt:

AK: Thomas Angerer, thomas.angerer@akwien.at
IV: Dr. Christian Friesl, c.friesl@iv-net.at
LK-Ö: Dr. Peter Kaluza, peter.kaluza@lk-oe.at
ÖGB: Dinah Djalinous-Glatz, dinah.djalinous-glatz@oegb.at
WKO: Mag. Rupbert Haberson, rupert.haberson@wko.at

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