Bundes-Obstbauverband: Äpfel und Birnen sind sicher

Gangl: Hysterie und Panikmache sind fehl am Platz

Wien (OTS) - "Österreichs Äpfel und Birnen sind sicher und können ohne Bedenken genossen werden. Denn sollte es während der Blüte wegen der Pflanzenseuche Feuerbrand zu einem gezielten Antibiotika-Einsatz kommen müssen, was angesichts der derzeit vorherrschenden kühlen Witterung ohnehin nicht aktuell ist, so baut sich dieser Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit ab. Die reifen Äpfel oder Birnen können damit gar nicht in Berührung kommen und sind daher absolut rückstandsfrei." Dies betonte heute Anton Gangl, Vorsitzender des Ausschusses für Obstbau der Landwirtschaftskammer Österreich und Präsident des Bundes-Obstbauverbandes, und verwies auf die klare rechtliche Grundlage für den Einsatz der wirksamen Pflanzenschutzmittel.

"Wer jetzt bewusst Hysterie und Panikmache verbreitet, schadet nicht nur den Obstbauern, sondern verunsichert die Konsumenten in unverantwortlicher Weise. Eine kontrollierte und unter strengen Auflagen vorgenommene Krankheitsbekämpfung sichert weiterhin den erfolgreichen heimischen Obstbau und garantiert auch in Zukunft beste Qualität aus eigener Erzeugung", unterstrich Gangl.

Auf mehr als 7.700 ha professionelle und sichere Produktion

Welche Bedeutung der österreichische Erwerbs-Kernobstbau hat, zeigt die Tatsache, dass bundesweit auf mehr als 7.700 ha Äpfel und Birnen erzeugt werden. Über 200.000 t beträgt eine durchschnittliche Ernte. Die heimischen Obstbauern sind bestens ausgebildet und werden durch die Spezialberatung der Kammern und Vermarktungsorganisationen zielgerecht unterstützt. 75% des heimischen Kernobstes sind mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet, welches unter anderem die Einhaltung der Richtlinien für die integrierte (umweltfreundliche) Obstproduktion im Rahmen des österreichischen Umweltprogramms vorsieht. "Aber nicht nur durch Gütesiegel und das Umweltprogramm erfolgen strenge und umfassende Kontrollen, auch durch die Handelsketten wird das Obst penibel auf Rückstände überprüft", ließ Gangl hinter die Kulissen des heimischen Obstbaus blicken.

Umfassendes Bekämpfungskonzept

"Ein möglicher Streptomycin-Einsatz ist Teil eines umfassenden Feuerbrand- Bekämpfungskonzeptes, welches mit allen beteiligten Interessengruppen koordiniert wurde. Wird der Feuerbrand nicht wirksam eingedämmt, werden die Auswirkungen immer katastrophaler. Es droht das Aus für ganze Regionen, denn bei hochgradigem Befall müssen die Bäume gerodet und verbrannt werden. Die Möglichkeit des Antibiotika-Einsatzes besteht nur im konventionellen Erwerbsobstbau, es würde aber indirekt der gesamte Obstbau davon profitieren, da insgesamt der Infektionsdruck des Feuerbrandes gesenkt wird", gab Gangl zu bedenken. Dass diesen Weg auch die Nachbarländer Deutschland und die Schweiz gehen, bestätige die österreichische Vorgehensweise.

Keine Rückstände

Ein eventueller Einsatz der von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) genehmigten streptomycin-hältigen Pflanzenschutzmittel erfolgt unter strengsten Auflagen und Kontrollen, und zwar nur im äußersten Notfall, ausschließlich zur Blütezeit und nur, wenn die Witterungsbedingungen es erfordern. Das Mittel baut sich innerhalb kurzer Zeit vollkommen ab. Dass der restriktive auflagengemäße Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels auch im Honig keine Rückstände hinterlässt, zeige die Tatsache, dass nach Anwendungen im Jahr 2006 in Vorarlberg keinerlei Rückstände im Honig zu finden waren, so der Obmann. Sämtliche Befunde seien unter der analytischen Nachweisgrenze gelegen.
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