Gesundheitsförderung wirkt

4 Mio. Euro flossen in den letzten 10 Jahren in 96 steirische Projekte der Gesundheitsförderung

Graz (OTS) - Der Fonds Gesundes Österreich ist ein wichtiger Motor der Gesundheitsförderung in der Steiermark. In den 10 Jahren seines Bestehens sind mehr als vier Mio. Euro in 96 steirische Gesundheitsinitiativen geflossen. In der Förderstatistik des FGÖ liegt die Steiermark damit auf Platz 1, konnte also die höchste Fördersumme aller Bundesländer für sich gewinnen. Das spricht für die Qualität der steirischen Projekte und die ausgezeichnete Aufbauarbeit von Styria vitalis, der steirischen Organisation für Gesundheitsförderung und Prävention.

Ob Maßnahmen der Gesundheitsförderung wirken, diskutieren heute 380 Interessierte aus dem In- und Ausland bei der 10. Gesundheitsförderungskonferenz mit dem Titel "Was kann Gesundheitsförderung?" in Graz. Die Ergebnisse sind für zwei Zielgruppen besonders relevant:

1. Die Politik, denn die Wirksamkeit von Gesundheitsförderungsaktivitäten ist ein wichtiges Entscheidungskriterium, ob und wie viel öffentliche Gelder dafür eingesetzt werden. 2. Die Praktiker/innen der Gesundheitsförderung, denn Evidenz bildet einen Wissenspool, der wiederum bei der Planung und Umsetzung zum Erfolg künftiger Projekte beiträgt.

Die Erfahrungen in den letzten Jahren zeigen uns immer wieder, dass Gesundheitsförderung in all ihren verschiedenen Arten sehr gute Wirkung zeigt. Das belegen auch die Ergebnisse dieser Tagung. Besonders gut ist es am Beispiel der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu erkennen, aber auch bei Projekten in Schulen und Gemeinden.

"Der öffentliche Gesundheitsdienst hat den Erhalt und die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung zum Ziel. Hier bemühen wir uns in den letzten Jahren verstärkt um eine Entwicklung der Gesundheitsförderung im Sinne einer verhaltens- und verhältnisbezogenen Prävention", so die Präsidentin des Fonds Gesundes Österreich, Dr. Andrea Kdolsky. "Als Gesundheitsministerin strebe ich eine österreichische Gesamtstrategie in der Gesundheitsförderung und Prävention an, die über den Bereich des Gesundheitssektors hinausgeht und viele Gesellschafts- und Politikbereiche einbeziehen soll. Wenn wir dieses wichtige Anliegen erfolgreich vorantreiben wollen, brauchen wir den Nachweis der Wirksamkeit in Theorie und Praxis und somit sowohl die Unterstützung der Wissenschaft als auch die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis", betonte Kdolsky.

Dass die Evidenz eine wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung von Gesundheitsförderung ist, unterstrich Mag. Christoph Hörhan, der Leiter des Fonds Gesundes Österreich. "Nur wenn wir wissen welche Maßnahmen wirken, und welche nicht können wir Gesundheit effizient fördern. Die heutige Tagung liefert starke Argumente für Gesundheitsförderung in wichtigen Lebensbereichen, wie Schule, Gemeinde und Betrieb."

Betriebliche Gesundheitsförderung: Win-Win Situation, die sich rechnet

Von Betrieblicher Gesundheitsförderung profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen: Die Beschäftigten durch mehr Gesundheit und Wohlbefinden, die Unternehmer durch höhere Motivation und weniger Krankenstände.

Für jeden eingesetzten Euro berechneten Wissenschafter folgende Renditen (Return of Investment (ROI)):

Durch die Senkung von Fehlzeiten (1:10,1)
Durch die Verringerung der Krankheitskosten (1:2,3)

Laut einer Studie des Instituts für Höhere Studien sind österreichweite Einspareffekte von bis zu Euro 3,64 Milliarden erzielbar, umgelegt auf die Steiermark bedeutet das Einsparpotenziale von bis zu 528 Mio. Euro. Neben diesen monetären Effekten sind zudem nicht quantifizierbare Effekte zu erwarten (Wohlbefinden, Selbstbewusstsein)

Regionale Gesundheitsförderung

Am stärksten verwurzelt sind die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, der politische und soziale Rahmen dafür sind Gemeinden und Regionen. Dort lassen sich auch Personen erreichen, die sonst durch Gesundheitsförderungs-Projekte schwer zu erreichen sind, z. B. ältere Menschen. Die Steiermark hat eine Vorreiterrolle in der regionalen Gesundheitsförderung: 1987 wurde von Styria vitalis die Idee der "Gesunden Gemeinde" geboren. Seit damals haben sich rund 150 Gemeinden dem Gesunde Gemeinde-Netzwerk angeschlossen.

Ein vom Fonds Gesundes Österreich gefördertes Modellprojekt in Voitsberg und Graz-Umgebung hat mit einer Vielzahl von Maßnahmen lebenswerte Lebenswelten für ältere Menschen geschaffen. Die Ergebnisse zeigen, dass existierende Strukturen von älteren Menschen verstärkt genutzt werden: Regelmäßige Kontakte in Vereinen hatten vor dem Projekt 11% der Frauen, nach dem Projekt mit 20% nahezu doppelt so viele. In der Pfarre stiegen die Kontakte bei Frauen von 20% auf 36%, bei Männern von 11% auf 24%.

Geschaffen wurde damit auch eine neue Vertrauensbasis zwischen den Gemeindebewohner/innen: der Anteil jener, die auf die Frage "Grundsätzlich kann man den Menschen in unserer Gemeinde vertrauen" mit "stimmt genau" antworteten, stieg z.B. in Semriach von 47% auf 67%.

Der Wille, sich im Alltag mehr zu bewegen stieg bei Frauen von 36% auf 52%, bei Männern von 41% auf 50%.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation
Gesundheit Österreich GmbH
Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich
Tel.: 01 895 04 00-16
Mobil (während der Tagung): 0664 3850511
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org
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