Fast ein Viertel weniger Pension in nur vier Jahren

AKNÖ: "Risiko bei Betriebspensionen wird auf Pensionisten abgewälzt"

Wien (AKNÖ) - Das Auf und vor allem Ab der Kapitalmärkte schlägt sich auf Betriebspensionen nieder. Menschen, die ihre Betriebspension über eine Pensionskasse beziehen, haben in den vergangenen Jahren bis zu einem Viertel ihrer Pensionen verloren. Und angesichts der Krise der Finanzmärkte ist eine neue Kürzungswelle bei den 50.000 Pensionsbeziehern nicht auszuschließen.

Viermal ist einem Pensionisten seit dem Jahr 2004 die Betriebspension gekürzt worden. Das letzte Schreiben seiner Pensionskasse bekam er im März. Seit April werden dem Mann nur mehr 251 Euro Zusatzpension ausbezahlt. Als er im Jahr 2000 in Pension ging, waren es 310 Euro. Macht 24 Prozent weniger Pension. "Seine Pensionskasse hat am Kapitalmarkt nicht die 6,5 Prozent Ertrag erwirtschaftet, die sie nach eigenen Angaben als Grundlage gebraucht hätte, um die Pension auf gleicher Höhe zu belassen", sagt Manfred Neubauer von der AKNÖ-Konsumentenschutzabteilung. "Das ist eigentlich ein fast unrealistisch hoher Prozentsatz, den die Kasse da angenommen hat". Ob angesichts der jüngsten Krise am Finanzmarkt die Betriebspension wenigstens gleich bleibt, ist unwahrscheinlich. So geht es den meisten der etwa 50.000 Österreicher, die über Pensionskassen eine Betriebspension beziehen.
"Diesen Menschen fehlt die Sicherheit. Sie wissen nicht, wie viel Pension sie nächstes Jahr bekommen werden. Das Risiko der Kapitalmärkte wird praktisch ganz auf sie abgewälzt", kritisiert Neubauer. " Es fehlen gesetzliche Garantien. Die hat man mit der Gesetzesnovelle 2003 entsorgt. Profitiert haben damals die Kassen, die Pensionisten haben verloren".

Bessere Kapitalgarantie muss her

Einer ungewissen Zukunft sehen auch die fast 520.000 Menschen entgegen, die in Betriebspensionskassen einzahlen, aber noch keine Pension beziehen. "Niemand kann ihnen garantieren, wie viel Zusatzpension sie bekommen werden. So sieht die vielgepriesene zweite Säule aus", kritisiert Neubauer.
AKNÖ-Präsident Josef Staudinger fordert eine neue gesetzliche Regelung für Betriebspensionen. "Eine Kapitalgarantie, wie es sie bis 2003 gegeben hat, muss dringend wieder eingeführt werden. Die garantiert in einem höheren Ausmaß die Sicherheit der Betriebspensionen, als das jetzt der Fall ist". Wünschenswert wären auch Regelungen, die dazu führen, dass die Kassen von ihren Eigentümern mit mehr Eigenkapital ausgestattet werden. "Dann könnten Schwankungen besser ausgeglichen werden", sagt Staudinger

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenschutz, Manfred Neubauer
Tel.: 05/7171 - 1335
presse@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001