• 23.04.2008, 13:55:49
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Wien Museum zeigt legendäre Wiener Fußballorte

Wien (OTS) - Die Pfarrwiese in Hütteldorf, der verschwundene
Herthaplatz in Favoriten, die "Ursprungsorte" des Wiener Fußballs in
den 1890er Jahren: Hohe Warte in Döbling, die Praterwiesen in der
Leopoldstadt - Wiens Fußballgeschichte, die ab Donnerstag im Wien
Museum bis Anfang August zu sehen ist, hat einen deutlichen
topografischen Bezug zum Wiener Rasen. Gute öffentliche
Verkehrsanbindungen, aber auch die Nähe zu Vergnügungsorten - meist
waren es lokale Brauereien - waren maßgeblich am Entstehen der Wiener
Fußball-Adressen zwischen Simmering, Floridsdorf, Penzing und Döbling
beteiligt. "Wo die Wuchtel fliegt", so der Titel der
"Heimatmuseum-Ausstellung im guten Sinne" (Dir.Wolfgang Kos), spannt
einen breiten Bogen, der - vollgefüllt mit kleinteiligen Objekten -
großen Schauwert besitzt.

Vereinssouvernirs, Plakate vom kommenden Spiel, Photographien,
Amateuraufnahmen mit Fußball-Stars à la Toni Polster oder Ernst
Happel, das Modell des Praterstadions - die im Atrium des Wien Museum
zu sehende Ausstellung, die am Mittwoch den Medien vorgestellt wurde,
wird durch eine an das Oval eines Stadions erinnernde
Ausstellungsarchitektur adäquat "zusammen gehalten". Filmsequenzen
legendärer Spiele, etwa Rapid gegen den heute "versunkenen" Wiener
Sportklub, aber auch das Wunderteam-Spiel "Österreich gegen England"
von 1932, welches mit einer rot-weiß-roten Niederlage endete, finden
sich in der Schau, die in angenehmer Weise die heutige rasante
Fußball-Ästhetik vergessen lässt. Es geht um Wien und um den
erstaunlichen Erfolg des von englischen Gärtnern und Ingenieuren im
Wien der 1890er importierten, bis dato unbekannten Spieles: nicht der
Star-Kult interessierte das Kuratorenteam Werner Michael Schwarz
(Wien Museum), Peter Eppel (Wien Museum) und Bernhard Hachleitner,
der Zugang trägt klare sozialhistorische Bezüge, ohne dass die
"Wuchteln" im Buchstabensalat verenden. Ein Nachtrag zum Schauwert:
Paul Meissners Bild aus dem Jahr 1948 "Das Wunderteam", gemalt im
Auftrag von Wiens damaligen Kulturstadtrat Viktor Matejka, wird
prominent gezeigt. Nicht zuletzt, weil es das einzige Fußball-Gemälde
von "ikonographischer Qualität" ist, so Kos.

Fußballgeschichte ohne Fanchöre - Katalog erweitert Spielräume

Die Ausstellung ist akkustisch leise, man hört keine aufgeregten
Reporterstimmen, die zwei, drei Fußball-Sequenzen sind mit Bedacht
gewählt. Man könnte auch schreiben, dass die Ausstellung den Fußball
vor seiner fernsehgerechten Zubereitung und medialen Entkoppelung als
"Ereignis" zeigt. Unterstützung erhält dieser Ansatz auch durch einen
Katalog, der nicht nur das Gezeigte dokumentiert, sondern mit
diversen gut geschriebenen Aufsätzen das Spielfeld erweitert,
zusätzliche "Spiel"Räume eröffnet, wie etwa die persönlich gehaltene
Ausführung Eppels über den Fußballkäfig, der in den 1950er Jahren
seinen "Siegeszug" durch die Wiener Gemeindbauten und Parkanlagen
antrat.

Konzentration auf die eigenen Wurzeln, inklusive "Käfig"

Während in der Künstlerhaus-Ausstellung "herz:rasen" Fußball als
modernes weltweites Massen- Phänomen mit all seinen Implikationen in
die Markenwelt, ins globalisierte Verleih- und Transfersystem gezeigt
wird, konzentriert sich das Wien Museum auf die lokalen "roots"
dieses Sports ohne die Moderne, die frühe Ausstrahlung Wiens als
mitteleuropäische Fußballstadt zu übergehen. Aber, und das macht
vielleicht den Unterschied, "Wo die Wuchteln fliegen" betont auch die
seit jeher existierende Migrantenkultur des Wiener Fußballs, der
vielleicht mit ungarischen Spielern beginnt und heute türkische
Communities in Wiener Fußballkäfigen, auf der Donauinsel oder auf der
Papstwiese im Donaupark umfasst.

o Ausstellung "Wo die Wuchtel fliegt. Legendäre Orte des Wiener
  Fußballs"                                                    
  Dauer: 24. April bis 3. August                               
  Ort: Atrium Wienmuseum (4., Karlsplatz)                      
  Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag: 9.00 bis  
  18.00 Uhr                                                    
  Schließtag: 1. Mai                                           
  Besucherinformation: Tel.: 505 87 47 -0                      
  Kuratorenführungen: 9.5.; 13.6.; 4.7., jeweils 16.00 Uhr     
  Infos auch unter: www.wienmuseum.at                          
  Katalog, 160 Seiten, Löcker Verlag, 19 Euro

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) hch

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
Handy: 0676/8118 81082
E-Mail: hc.heintschel@wien.gv.at

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