- 23.04.2008, 13:32:32
- /
- OTS0254 OTW0254
"Qualität der Bildung in Österreich steigern"
Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Wissenschaftsminister Johannes Hahn bestritten das heutige Pressefoyer vor der 51. Ministerratssitzung
Wien (OTS) - Wissenschaftsminister Johannes Hahn freute sich
eingangs über den Beitritt Österreichs zur ESO, zur europäischen
Südsternwarte. Denn damit "bekommen Österreichs Forscher Zugang zur
weltgrößten Sternwarte in der südlichen Hemisphäre, in Chile." Das
sei einer der größten forschungspolitischen Entscheidung nach dem
Beitritt zu ESA (Weltraum) und CERN (Physik). "Die Wissenschaftsszene
ist begeistert!", berichtete Hahn. Man dürfe aber auch nicht
vergessen, "die Astronomie ist ein Schlüssel zur Wissenschaft und
kann junge Menschen motivieren, sich stärker mit Naturwissenschaften
& Technik auseinanderzusetzen.", so der Wissenschaftsminister.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied zeigte sich froh über die "sehr
gute Gesprächsbasis", die sich nun zwischen Wissenschaftsminister und
ihr entwickelt habe. Sie orte einen "Paradigmenwechsel in der
Diskussion, weg vom Ideologischen hin zum Faktenbasierten" und nannte
drei wichtige gemeinsame Ziele der Bildungspolitik.
1. Mehr Chancengerechtigkeit
Nicht Einkommen und Status der Eltern dürfe über den Bildungsweg
entschieden. Sie werde daher einen Ministerratsvortrag zur
Berufsmatura einbringen und damit die Lehre österreichweit aufwerten.
"Ein Bildungsweg darf nie Sackgasse sein!"
Zur Chancengerechtigkeit zähle auch, "dass jedes Kind, das in
Österreich in die Schule geht, die deutsche Sprache beherrschen
muss." Man werde die sprachliche Frühförderung im Kindergarten, die
im kommenden Herbst als Pilotjahr startet, sehr genau beobachten, ob
der Appell allein genügen werde, damit auch alle, die die
Sprachförderung brauchen, diese auch tatsächlich erhalten.
2. Mehr Geld ins Klassenzimmer
Durch die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern gingen
Finanzmittel verloren. Schmied möchte im Zuge der Staatsreform die
Ressourcen in Richtung Schule, zu den Kindern und Jugendlichen
steuern. Konkret sprach sie die Bundeskompetenz für alle Lehrer und
ein gemeinsames Dienstrecht an.
3. Qualität steigern!
"Es ist ganz klar, wir haben in Österreich ein Qualitätsproblem.",
sagte Schmied. Es sei daher auch im Sinne der weiteren
Bildungslaufbahn und der Universitäten, dass österreichweite
Standards geschaffen würden. "Wir müssen uns am Output orientieren!"
Die neue Matura mit entsprechend hohem Niveau, die fair geprüft
werden kann, sei ein erster Schritt in diese Richtung.
Die gemeinsame Lehrerausbildung sei ein weiterer Punkt, an dem
Ministerin Schmied mit Minister Hahn arbeite: "In den kommenden
Jahren werden etwa 50 Prozent der Lehrerschaft in Pension gehen. Das
ist ein günstiger Moment für eine Neuorientierung."
Minister Hahn assistierte: "Wir müssen uns an den neuen Anforderungen
orientieren. Das heißt, wir müssen nicht nur Lehrpläne entrümpeln,
wir müssen den Fächerkanon diskutieren." An den Höheren Schulen
müssten etwa Naturwissenschaften im breiten Bogen unterrichtet werden
und nicht Biologie und Chemie oder Physik steril getrennt. Nur so
könne man junge Leute für diesen Bereich begeistern. Jedenfalls müsse
dies dann auch Thema für die Lehrerausbildung werden, ebenso wie die
Anwendung der Bologna-Architektur. Er hoffe jedenfalls auf eine
inhaltliche Einigung bis 2010.
Rückfragehinweis:
Mag. Sven Pusswald
Pressesprecher
Kabinett des Bundeskanzlers
Tel. (01) 531 15 - 2656
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU






