- 23.04.2008, 11:16:40
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Gewaltschutz: SPÖ-MinisterInnen setzen Initiativen gegen Gewalt
Buchinger: Alle Kräfte bündeln, um Gewaltprävention zu stärken
Wien (SK) - Gemeinsam mit Justizministerin Maria Berger und
Frauenministerin Doris Bures präsentierte Sozial- und Männerminister
Erwin Buchinger heute, Mittwochvormittag, "gemeinsame Aktivitäten zur
Gewaltprävention unter der Dachmarke 'Gemeinsam gegen Gewalt'".
Klares Ziel sei es, "alle Kräfte zu bündeln, um die Gewaltprävention
stärker zu thematisieren", so Buchinger. Die Frauenministerin
betonte, dass es überwiegend Frauen sind, die Opfer von Gewalt
werden. Gewalt an Frauen sei keine Privatangelegenheit, sondern eine
"schwere Menschenrechtsverletzung, für die es Null-Toleranz geben
muss". Nachdem sie als eine der ersten Maßnahmen bereits das Budget
für Gewaltschutzzentren aufgestockt habe, werde sie weitere Schritte
in Richtung "Regionalisierung von Beratungs- und Hilfszentren"
setzen, so Bures, die für die Zeit der EURO 2008 die "personelle
Verstärkung von Hilfseinrichtungen" ankündigte. ****
In Vertretung von Unterrichtsministerin, die terminlich verhindert
war, referierte Buchinger zentrale Maßnahmen gegen Gewalt im
Schulbereich: Hier seien vor allem die Ausweitung der
schulpsychologischen Betreuung, die verstärkte Sensibilisierung von
Lehrkräften durch Multiplikatoren sowie die forcierte
Bewusstseinsbildung durch die Kampagne "Weiße Feder" zu nennen - eine
Aktion die prominente Unterstützung erfährt, zum Beispiel durch die
Popsängerin Christina Stürmer oder den Schifahrer Rainer Schönfelder.
Aber auch in seinem Ressort werde er - auch vor dem Hintergrund der
Fußball-Europameisterschaft, wo mit einem Gewaltanstieg zu rechnen
sei - zusätzliche Aktivitäten zur Gewaltprävention setzen, so
Buchinger, der für Mai den Start einer "medialen
Informationsoffensive" unter dem Titel "Wir sind Männer ohne Gewalt"
ankündigte. Zielgruppen seien junge Männer, Männer mittleren Alters
und Senioren. Neben der Förderung von innovativen
Anti-Gewalt-Projekten (z.B. Förderung des Vereins "Rat und Hilfe")
diene das aktionsorientierte Forschungsprojekt "3rd Millenium Muslim
Man" der Förderung des Verständnisses männlicher muslimischer und
nicht-muslimischer Jugendlicher in Österreich.
Bures - Keine Frau wird im Stich gelassen
"Froh" über das ressortübergreifende, gemeinsame Auftreten gegen
Gewalt - die sich nur zu oft gegen Frauen und Kinder richtet - zeigte
sich Frauenministerin Doris Bures bei der gemeinsamen
Pressekonferenz. Es müsse klar sein, dass es keine Toleranz gegenüber
Gewalt an Frauen gibt, so Bures, die unterstrich, dass Frauen "wissen
müssen, dass sie im Falle von Gewalt Hilfe und Unterstützung
bekommen". Während es noch in den vergangenen Jahren aufgrund von
Geld- und Personalmangel nicht möglich gewesen sei, alle Opfer zu
unterstützen, sei jetzt durch die von ihr veranlasste
Budgetaufstockung sichergestellt, "dass keine Frau im Stich gelassen
wird und jede die nötige Hilfe und Betreuung bekommt", unterstrich
Bures.
Österreich verfüge über ein "hervorragendes Gewaltschutzgesetz",
weitere Schritte seien jedoch nötig, so Bures mit Verweis auf die
Verstärkung bewusstseinsbildender Maßnahmen und die Unterstützung
jener Frauen, die "ganz besonders perfider Gewalt" ausgesetzt sind.
Dies seien vor allem Opfer von Frauenhandel und Frauen, die
Zwangsverheiratungen erdulden mussten. Auch sie bräuchten - ebenso
wie andere Opfer von Gewalt - "betreute Unterstützung und
Notwohnungen", so Bures, die klarmachte, dass sie in den kommenden
Budgetverhandlungen für diese Unterstützung vehement eintreten werde.
Opfer-Einrichtungen werden während der EURO 2008 verstärkt
Mit der Fortsetzung der Kampagne "Verliebt, Verlobt, Verprügelt"
werde man die Zeit der EURO 2008 nutzen, um Frauen auf bestehende
Hilfsangebote hinzuweisen, so Bures, die ankündigte, dass während der
Zeit der Fußball-Europameisterschaft sowohl Hilfseinrichtungen als
auch Telefonhotlines personelle Verstärkung erfahren werden. Eine
britische Studie habe gezeigt, dass Gewalt in der Familie bei
sportlichen Großveranstaltungen um 30 Prozent ansteige. Erfreut
zeigte sich Bures über das Vorhaben der Justizministerin, die Dauer
der Wegweisung von drei auf sechs Monate zu verlängern. Bures dazu:
"Die Frauen brauchen mehr als drei Monate Zeit, um die
Krisensituation zu bewältigen und neue Perspektiven zu gewinnen. Wenn
es gelingt, zu einer Verlängerung auf sechs Monate zu kommen, wäre
das ein wichtiger Fortschritt". (Schluss) mb
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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