"KURIER"-Kommentar von Christian Böhmer: "Reichlich Konfliktstoff"

Das "Familiensplitting" ist Geschichte. Die wahren Streitfragen kommen erst.

Wien (OTS) - Spätestens am Montag war es auch den Letzten klar:
Das klassische Familiensplitting, von dem vor allem Familien profitieren, bei denen der Vater ganz gut verdient und die Mutter zu Hause mit vielen Kindern den Haushalt schupft, ist vom Tisch.
Die erste ideologische Hürde zwischen SPÖ und ÖVP ist damit genommen, doch die wahren Auseinandersetzungen in Sachen Steuerreform stehen noch bevor. Sowohl SPÖ als auch ÖVP wollen die Familien entlasten - damit hat es sich aber auch schon wieder mit den Gemeinsamkeiten.
Ein Beispiel: Die ÖVP will Kinderbetreuungskosten absetzbar machen, in der SPÖ ist man skeptisch. Niedrigverdiener zahlen keine oder geringe Steuern, doch auch sie müsse man entlasten. Wie? Eine Negativsteuer (Zahlung des Finanzamts an den Haushalt) wäre eine Idee, doch hier ist die ÖVP skeptisch. "Die Steuerreform muss vor allem jene berücksichtigen, die auch Steuern bezahlen", beschreibt VP-Mandatar Amon die Parteilinie. Kommt der Kindergarten in die Steuererklärung? Bekommen Kleinverdiener eine höhere Negativ-Steuer? Derlei Fragen gilt es zu beantworten. Im Vergleich dazu war das "Nein" zum Familiensplitting die leichteste Übung.

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