Küberl fordert Pflegegeld-Anhebung um ein Drittel

Pflegegeld-Erhöhungen seit dessen Einführung 1993 lagen deutlich unter der Inflationsrate

Wien, 21.4.08 (KAP) Mehr Fairness für Pflegegeldbezieher hat Caritas-Präsident Franz Küberl verlangt. Er forderte am Montag in einem ORF-Interview eine Pflegegeld-Anhebung um ein Drittel und argumentierte mit dem seit der Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993 eingetretenen Wertverlust: Drei Mal sei der in sieben Pflegestufen ausbezahlte Betrag seither erhöht worden, jeweils um zwischen 2 und 2,8 Prozent. Dies liege jedoch deutlich unter der Inflationsrate; laut Sozialministerium unterliegt das Pflegegeld seit 1993 einem Kaufkraftverlust von 17 Prozent, die Schätzungen von Hilfsorganisationen reichen jedoch bis zum doppelten.

Nach Angaben von Fachleuten habe sich der Finanzminister durch die ausgebliebene Valorisierung rund eine Milliarde Euro erspart, sagte Küberl: "Da ist eiskalt auf dem Rücken derer, die es brauchen, gespart worden". Mit der Erhöhung des Pflegegeldes um ein Drittel wäre laut dem Caritas-Präsidenten die Voraussetzung gegeben, dass die Betroffenen heuer und nächstes Jahr mit dem Pflegegeld auskommen könnten.

Eine Erhöhung des Pflegegeldes forderte Küberl auch für Kinder. Der unbestreitbar höhere Aufwand werde derzeit nicht ausreichend berücksichtigt. Küberl sagte, nötigenfalls solle es sogar die höchste Pflegestufe 7 für Kinder geben.

Die Einstufung ist eines der Problemfelder, mit denen sich die von Sozialminister Erwin Buchinger eingesetzte Arbeitsgruppe "Neugestaltung der Pflegevorsorge" beschäftigt; weitere sind die Themen Finanzierung, Neugestaltung des Pflegegelds sowie Harmonisierung der in den Ländern unterschiedlichen Sachleistungen. Am Mittwoch will der Ressortchef im Ministerrat einen ersten Bericht der Arbeitsgruppe abliefern. (ende)
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