ÖAMTC: Hallein durchforstet den Schilderwald - Pilotversuch ein voller Erfolg (+ Foto)

Heute fallen die ersten Verkehrszeichen - 30 Prozent der Schilder sind unnötig

Wien (OTS) - Halleins Autofahrer sahen für eine Woche gelb. Fünf Tage lang wurden 327 vermeintlich überflüssige Verkehrszeichen verhüllt. Experten des ÖAMTC, der Stadt und der Polizei haben eine Woche lang die Verkehrssituation beobachtet. "Der Pilotversuch wurde zum vollen Erfolg. 301 Schilder können bereits in den kommenden Tagen entfernt werden", erklärt der Direktor des ÖAMTC-Salzburg, Erich Lobensommer. Das sind rund 30 Prozent aller vorhandenen Schilder. Heute, Montag, "holzen" Vertreter der Stadt und des ÖAMTC die ersten unnötigen Schilder ab.

"Die Zustimmung der Bevölkerung zum Projekt in der 'Versuchswoche' war groß", freuen sich Bürgermeister Christian Stöckl und Verkehrsstadträtin Erika Schnöll. Bei einer Befragung von 150 Halleinern durch ÖAMTC-Mitarbeiter, die parallel zur Aktion durchgeführt wurde, gaben über 97 Prozent der Befragten an, die Idee für sinnvoll zu halten. "Wie ich gestern aus der Tiefgarage gefahren bin, hab ich mir gedacht: 'Hilfe!' Mir sind auf einmal die ganzen Schilder aufgefallen, weil sie gelb verhüllt waren, vorher hab ich sie gar nie beachtet", erzählt etwa eine Verkäuferin. Mehr als 95 Prozent der Verkehrsteilnehmer wussten über die Aktion Bescheid. Verkehrsprobleme sind erwartungsgemäß ausgeblieben. Es wurden auch keine Verstöße aufgrund verhüllter Schilder registriert.

Beim ÖAMTC ist man von der Sinnhaftigkeit der Aktion überzeugt. "Wir fühlen uns in unserer Annahme bestätigt, dass Autofahrer mit Freiräumen verantwortungsbewusst umgehen können und weniger Schilder mehr Sicherheit auf den Straßen bringen", erklärt Lobensommer. Der Club fordert seit Jahren, die Zahl der Verkehrszeichen im Straßenraum deutlich zu verringern. "Die Flut an Schildern und Hinweistafeln überfordert die Autofahrer. Fehlreaktionen und Fehlverhalten sind das Resultat", so der Direktor des ÖAMTC-Salzburg.

Enormes Einsparungspotenzial

Auch für das Gemeindebudget bedeutet die Reduzierung der Schilder eine deutliche Entlastung. "Ein Verkehrsschild kostet im Schnitt 100 Euro, das macht in Summe rund 30.000 Euro Ersparnis. Die abgenommenen Schilder werden ja nicht entsorgt, sondern im Bauhof gelagert und selbstverständlich weiter verwendet", sagt Bürgermeister Stöckl.

Ausdehnung auf gesamtes Stadtgebiet

Vom Pilotprojekt betroffen waren die Bereiche Altstadt, Neustadt und Burgfried. Dort befinden sich etwa 1.000 Verkehrszeichen. Von der Aktion überzeugt, möchte die Stadt das Projekt nun weiterziehen. "In den kommenden Monaten wird eine Expertengruppe das gesamte Stadtgebiet durchforsten und weitere unnötige Schilder entfernen", so Bürgermeister Stöckl abschließend. Beim ÖAMTC ist man dabei, einen Leitfaden zur Durchforstung des Schilderwaldes zu erstellen. Dieser Leitfaden, in den auch die Erfahrungen von Hallein einfließen werden, soll interessierten Gemeinden als praxisorientierte Hilfestellung bei der Beseitigung ihres Schilderwaldes dienen.

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