Höhere Bus- und Lkw-Maut würde Inflation weiter anheizen

Grubmann: Faymann verunsichert Konsumenten und Wirtschaft - Österreich aus geographischen Gründen mit der Schweiz nicht zu vergleichen

Wien (PWK296) - Mit seiner Forderung, die Bus- und Lkw-Maut auf 50 Cent anzuheben, verkennt Verkehrsminister Werner Faymann die Realität und verunsichert die Konsumenten und die Wirtschaft, so der Leiter der Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik in der Wirtschaftkammer Österreich, Michael Grubmann.

Abgesehen davon, dass solch eine Erhöhung derzeit durch das EU-Recht nicht gedeckt wäre, erhebt sich sofort die Frage: wer würde diese Mautsteigerung tatsächlich tragen müssen? Dass eine solche Kostensteigerung vom Endverbraucher zu bezahlen ist und somit erneut die Inflation anheizt, steht für Grubmann außer Zweifel: "Damit aber stellt sich der Verkehrsminister gegen die Bemühungen der Regierung, Gebühren und Inflation nicht weiter steigen zu lassen". Obendrein belaste eine solche Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit der dort vorhandenen Arbeitsplätze, wenn diese Maßnahmen im Alleingang durchgezogen würden.

Grubmann weiter: "Der Versuch, mit Kostensteigerungen Verkehrsverlagerungen zu erreichen, ist eine Utopie, wie die Vergangenheit oft schon bewiesen hat." Die fast kreisrunde Schweiz als Vorbild zu nehmen, berücksichtigt nicht Österreichs Landesform mit der langen West-Ost-Ausdehnung und dem krassen Missverhältnis von hierzulande ca. 5.600 Schienenkilometer zu über 112.000 Straßenkilometer. Die Versorgung der gesamten Fläche Österreichs kann faktisch nicht von der Bahn übernommen werden, weil einfach ein adäquates Schienennetz fehlt.

Eine Mauterhöhung trifft natürlich auch den Transitverkehr durch Österreich, doch trifft er noch viel stärker die heimischen Betriebe. Verkehrsverlagerungen auf die Bahn sind nur dann überlegenswert, wenn die Transportstrecken zumindest 250 bis 300 km lang sind.

Der WKÖ-Abteilungsleiter fordert den Verkehrsminister auf, mit mehr Augenmaß die Realitäten in Österreichs Wirtschaftsleben zu beachten und zu akzeptieren. Österreichische Alleingänge und daraus erwachsende Kostennachteile im Vergleich zu den Nachbarstaaten seien jedenfalls keine zukunftssichernden Maßnahmen für uns Land. "Ihr primärer Effekt: Sie schädigen nachhaltig den Wirtschaftsstandort", so Grubmann abschließend. (hp)

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