Bures: Ja zur Entlastung der Familien, aber Nein zu einem "Modell aus der Mottenkiste"

Wien (OTS) - "Das Familiensplitting bringt familienpolitisch
nichts und ist frauenpolitisch eine Katastrophe", bekräftigt Frauenministerin Doris Bures ihr Nein zu einem Steuermodell, das ausschließlich Alleinverdiener mit einem hohen Einkommen begünstigt und Frauen zu einem steuerlichen Abschreibposten degradiert: "Wir haben uns im Regierungsprogramm vorgenommen, die Frauenerwerbsquote zu erhöhen", erinnert Bures die ÖVP, "deshalb wird es kein Familiensplitting geben, das laut IHS-Berechnungen die Frauenerwerbsquote um zwei Prozent senken würde, also 50.000 Frauen aus dem Erwerbsleben drängen würde".

Das Familiensplitting, also die steuerliche Aufteilung des Einkommens auf die Partner bzw. die Anzahl der Köpfe in der Familie, sei europaweit ein Auslaufmodell: Deutschland, als eines der wenigen Länder mit einem derartigen Modell, habe nun die klare Empfehlung von der OECD erhalten, vom Splitting-Modell abzukehren. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. April 2008) Bures verweist darauf, dass Deutschland mit dem Familiensplitting eine sehr geringe Frauenerwerbsquote von 59 Prozent habe, während beispielsweise Schweden und Norwegen mit einer strikten Individualbesteuerung eine Erwerbsquote von 73 bzw. 74 Prozent haben.

Bures geht davon aus, dass die GegnerInnen des Familiensplittings in der ÖVP innerparteilich die notwendige Überzeugungsarbeit leisten werden. "Die Frauen werden eine Zurück-an-den-Herd-Politik nicht zulassen und die Wirtschaft kann nicht auf das Potential der Frauen verzichten", erklärt Bures die Ablehnung seitens großer Teile der ÖVP.

Abschließend bekräftigt Bures: "Ja zur Entlastung der Familien, aber Nein zu einem Modell aus der Mottenkiste."

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