Erste europäische Ausschreibung für Fusionsreaktor ITER

AWO: Auch österreichische Unternehmen können in der ersten Liga der Technologiefirmen mitspielen

Wien (PWK293) - Fusion for Energy (F4E), die europäische Partnerorganisation für Bau und Betrieb des international betriebenen Fusionsreaktors ITER (in Cadarache/Südfrankreich), hat soeben ihre erste Industrieausschreibung - verchromter Kupferdraht -veröffentlicht.

ITER ist die größte, weltweite Forschungspartnerschaft mit dem Ziel, das enorme Potential der umweltfreundlichen Kernfusion zu beweisen. Die EU, Russland, Japan, China, Indien, Südkorea und die USA haben sich für dieses derzeit wichtigste einzelne Forschungsprojekt der Welt zusammengeschlossen. Der Fusions-Forschungsreaktor ITER wird in Cadarache (Südfrankreich) gebaut. Er soll zeigen, dass die kommerzielle Energieerzeugung durch Kernfusion technisch möglich ist und damit der Traum einer Lösung des globalen Energiebedarfs einen entscheidenden Schritt näher kommt. Alle bisherigen derartigen Reaktoren - es gibt solche unter anderem in Deutschland, England und Japan - haben den Weg schon vorgezeichnet, rechnen sich aber noch nicht kommerziell, da noch immer mehr Energie für die Erhitzung des Plasmas auf 10 Millionen Grad aufgewendet werden muss als die Reaktion schließlich an nachhaltigem Output liefert. Bei ITER soll hingegen aufgrund seiner Größe erstmals der Break-Even-Punkt über längere Zeitspannen erreicht werden - wichtige Voraussetzung für die mögliche kommerzielle Nutzung.

"Bis die ersten Fusionsreaktoren allerdings ans Netz gehen, vergehen auch unter besten Voraussetzungen noch gut zwanzig bis dreißig Jahre", warnt Ingomar Lochschmidt von der Außenwirtschaft Österreich (AWO), Verbindungsmann der heimischen Wirtschaft zu ITER, vor kurzfristigem Enthusiasmus. "Auch ITER ist noch ein reiner Forschungsreaktor, der noch nicht für die industrielle Ausbeutung angelegt ist", so Lochschmidt.

Die meisten der ITER-Komponenten werden von den einzelnen Vertragsparteien zur Verfügung gestellt, es gibt kaum Geldströme an ITER. "Dadurch erfolgen die Ausschreibungen auch nicht durch ITER, sondern durch den jeweiligen Partner, in unserem Fall durch F4E. Die EU ist der größte Partner mit einem ITER-Anteil von insgesamt fast 50% - damit wird die europäische Industrie auch am meisten von diesem Highest-Tech-Projekt profitieren", sagt Lochschmidt. Jetzt ist genau die richtige Zeit, sich für ITER-Aufträge zu registrieren! Die Außenwirtschaft Österreich berät interessierte österreichische Firmen, wie sie dies tun und am besten zu Fusions-Aufträgen kommen. (BS)

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