24. April: Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche Forderung: Keine Steuergelder für Tierversuche

Wien (OTS) - Am 24. April ist der Internationale Tag zur
Abschaffung der Tierversuche. Damit wird weltweit auf jene Tiere aufmerksam gemacht, die bis zu ihrem meist qualvollen, künstlich herbeigeführten Tod hinter verschlossenen Labortüren ein Leben voller Angst, Einsamkeit, Schmerzen und Leiden fristen. Tendenz: steigend.

Denn die Anzahl der Tierversuche nimmt nachweislich zu, obwohl die zuständigen PolitikerInnen gerne beteuern, dass sie die völlig veraltete, grausame Methode des Tierversuches, bei der Tiere systematisch einem qualvollen Tod ausgeliefert werden, ablehnen und daher vermehrt Ersatzmethoden fördern und einzusetzen wollen.

In Österreich wurden laut der jüngsten amtlichen Tierversuchsstatistik an 190.121 lebenden Wirbeltieren belastende Experimente und Tests durchgeführt: das sind um 13,6 % mehr als im Jahr davor. Gemäß der jüngsten EU-Statistik wurden 12.117.583 Tiere in den damals 25 EU-Mitgliedsländern zu Versuchen herangezogen, was einen Anstieg von 3,2 % ausmacht, wenn man die entsprechenden Daten der "alten" 15 EU-Mitgliedstaaten miteinander vergleicht.

Gerda Matias, die Präsidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner" (IBT), zeigt sich über diesen unerfreulichen Trend zwar besorgt, ist aber nicht überrascht. Sie macht vor allem die janusköpfige Forschungsförderungspolitik der EU und der einzelnen Mitgliedstaaten für den stetigen Anstieg verantwortlich. Sie kritisiert, dass Tierversuchsprojekte mit öffentlichen Mitteln gefördert werden, die ein Vielfaches von dem ausmachen, mit dem die Forschung nach Ersatzmethoden auszukommen hat.

"So lange Tierversuchsprojekte, Tierversuchseinrichtungen und Unternehmen, die hauptsächlich Grundlagenforschung mit Tieren betreiben, wie das bei Biotech-Firmen üblich ist, großzügig mit öffentlichen Mitteln gefördert werden, die ein Vielfaches von dem betragen, was für die Entwicklung von Ersatzmethoden zur Verfügung gestellt wird, kann der Methodenwettbewerb - Tierversuch versus Ersatzmethode - nie zugunsten der Abermillionen Versuchstiere beeinflusst werden. Im Gegenteil: Die amtlichen Tierversuchsstatistiken belegen zweifelsfrei, dass die Anzahl der Tierversuche ständig zunimmt. Über diese unerfreulichen Fakten können die Sonntagsreden der PolitikerInnen nicht hinwegtäuschen. Es ist unerträglich, dass Tierleid, das durch die Eingriffe bei den Tests und Experimenten unweigerlich verursacht wird, mit unser aller Steuergeldern finanziert wird", so Gerda Matias.

Um endlich einen Rückgang von Versuchstieren zu erwirken, fordert der IBT als erste Maßnahme, dass sowohl Tierversuchsprojekte und Tierversuchseinrichtungen als auch Firmen, die Tierversuche durchführen, nicht länger mit öffentlichen Mitteln unterstützt und gefördert werden. Die Gelder sollen künftig ausschließlich der Forschung und Entwicklung von Ersatzmethoden zu Tierversuchen und Institutionen und Firmen, die sich diesem Ziel widmen, zugeteilt werden.

Der Gedenktag für die Versuchstiere wird seit 1962 begangen. Er geht auf den Geburtstag von Lord Dowding, einem Mitglied des britischen Oberhauses zurück, der sich besonders für Tierschutz engagiert hat.

2007 ist die Unbenennung dieses Gedenktages von "Internationaler Tag des Versuchstieres" zu "Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche" erfolgt. Mit diesem Namenswechsel soll die aktive, zielorientierte Haltung gegenüber dem lediglich passiven Erinnern betont werden.

Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit 1968 bestehender gemeinnütziger unabhängiger Verein. Er setzt sich für die Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus ethischen, wissenschaftlichen, medizinkritischen und verbraucherpolitischen Gründen ab.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-10, Fax: +43/1/713 08 24
E-Mail: rathmanner@tierversuchsgegner.at
Homepage: www.tierversuchsgegner.at

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