Neues Volksblatt: "Relationen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 21. April 2008

Linz (OTS) - Wilhelm Molterer hat in der gestrigen
ORF-Pressestunde in zwei Punkten Klarheit geschaffen. Der eine, betreffend die Spitzenkandidatur bei der Nationalratswahl 2010 (?), ist für die Partei wirklich wichtig. Denn damit erübrigen sich diverse Spekulationen, die außer innerparteilichem Unfrieden wenig bringen. Und niemand mehr muss ab sofort Energien darauf verwenden, sich als mögliche Nummer 1 für die Wahl in Stellung zu bringen, wenn diese Position vergeben ist.
Für den politischen Alltag eigentlich weniger wichtig ist Molterers Festlegung, dass er gegen jede Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist, aber eine Eheschließung Homosexueller vor dem Standesamt ablehnt. Diese Frage wird völlig konträr zu ihrer tatsächlichen gesellschaftspolitischen Relevanz in einem Übermaß diskutiert. Kaum ein Interview mit einem ÖVP-Spitzenpolitiker kommt an dieser vermeintlich innerparteilichen Sollbruchstelle vorbei. Einmal klar zu sagen, was Sache ist, ist schon deswegen notwendig, damit die Relationen zurecht gerückt werden. Denn die wirklichen politischen Streitfragen sind andere, wie die Reaktion der SPÖ auf das Familiensplitting zeigt.

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