Bures zu Kinderbetreuung: Bedarf an mehr Plätzen steht außer Streit

Flexibles Kindergeld erfordert 15 Prozent mehr Betreuungsplätze

Wien (OTS) - "Österreich braucht mehr Kinderbetreuungsplätze. Darüber besteht mittlerweile nicht nur Konsens in der Bundesregierung, auch alle Untersuchungen, Umfragen und Studien bestätigen das", so Frauenministerin Doris Bures zum Finanzierungsangebot des Bundes an die Länder zur Errichtung zusätzlicher Kinderbetreuungsplätze - vor allem für Kinder unter drei Jahren. "Umfragen zeigen uns, dass viele Frauen Vollzeit oder überhaupt arbeiten würden, wenn es ein besseres Kinderbetreuungsangebot geben würde", so Bures, die gleichzeitig darauf aufmerksam macht, dass auch durch die neuen Kurzzeitvarianten beim flexiblen Kindergeld der Bedarf an Betreuungsplätzen ansteigen wird: "Mit dem flexiblen Kindergeld haben wir den Familien eine Wahlfreiheit gegeben. Viele Frauen haben dadurch die Möglichkeit, wieder früher in den Beruf zurückzukehren und dann ist ein ausreichend vorhandenes und qualitätsvolles Kinderbetreuungsangebot gefragt", so Bures.

Schätzungen gehen davon aus, dass durch die neuen Kurzzeitvarianten der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren um rund 15 Prozent - das wären rund 14.000 Betreuungsplätze in ganz Österreich - ansteigen wird. Das Angebot der Regierung an die Bundesländer legt den Schwerpunkt auf den Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Damit will die Bundesregierung auch näher an das Barcelona-Ziel der EU herankommen, das bis 2010 eine Betreuungsquote von 33 Prozent für unter 3-jährige Kinder vorsieht. Derzeit stehen in Österreich nur für 10 Prozent der Unter-3-Jährigen Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung. Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen entspricht auch dem Wunsch eines großen Anteils der Frauen in Österreich. In einer IFES-Umfrage von August/September 2007 haben 23 Prozent der befragten Frauen das Thema Kinderbetreuung als Problem gesehen, wo die Politik helfen kann.

Die Evaluierung des Kinderbetreuungsgeldes durch das Österreichische Institut für Familienforschung hat gezeigt, dass 28 Prozent der Kindergeldbezieherinnen und 13 Prozent der Kindergeldbezieher keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können, weil entweder gar keine Kinderbetreuungsmöglichkeit vorhanden ist oder das Angebot zu teuer ist. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer würden 39 Prozent der Frauen Vollzeit arbeiten, wenn das Betreuungsangebot für ihre Kinder stimmen würde. Ohne entsprechendes Kinderbetreuungsangebot sind es nur 24 Prozent. Das Institut SORA hat erhoben, dass 155.000 derzeit teilzeitbeschäftigte Frauen gerne länger arbeiten würden, wenn eine passende Kinderbetreuung vorhanden wäre.

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