Plassnik: "Lage der Christen im Irak besorgniserregend"

Wien (OTS) - "Ich begrüße es sehr, dass sich die EU-Innenminister mit der immer bedrohlicheren Lage der irakischen Christen befasst haben", betonte Außenministerin Ursula Plassnik aus Anlass der Diskussion beim gestrigen Treffen der Innen- und Justizminister der EU-Staaten in Luxemburg.

Plassnik erinnerte daran, dass sich die Zahl der Christen im Irak seit 2005 von rund 800.000 auf 400.000 halbiert habe. Die große Mehrzahl habe in Syrien Zuflucht gefunden. Eine Rückkehr christlicher Flüchtlinge in den Irak gebe es, wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erst kürzlich bestätigt habe, so gut wie überhaupt nicht. Die Ministerin hat auch den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, bei seinem kürzlichen Besuch in Wien auf dieses Thema aufmerksam gemacht.

"Diese Entwicklung ist sehr Besorgnis erregend", betonte Plassnik. "Gerade in Syrien ist es bisher besser als vielen anderen Ländern in dieser unruhigen Nachbarschaft gelungen, ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser Herkunft zu gewährleisten."

Die Ministerin beabsichtigt, diese Frage auch im Rahmen ihres bevorstehenden Besuches in der Türkei zu erörtern. "Auch die Türkei hat christliche Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen." Die Türkei trete überdies aktiv für den Dialog der Zivilisationen ein und werde "sich zunehmend der Tatsache bewusst, dass ein solcher Dialog allen Beteiligten die Bereitschaft abverlangt, adäquate Voraussetzungen für religiösen und weltanschaulichen Pluralismus zu schaffen". Hievon zeugten die - allerdings noch nicht abgeschlossenen - Bemühungen der türkischen Regierung um eine Verbesserung der Rechtsstellung der Stiftungen nicht-muslimischer Religionsgemeinschaften und das jüngste Urteil des obersten Berufungsgerichtes der Türkei zur Frage der Namensänderung im Falle eines Religionswechsels.

Plassnik wird im Zuge ihres Besuches in der Türkei im Übrigen auch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. zusammen treffen. "Österreich setzt sich seit langem auf vielen Ebenen - innerstaatlich wie international - für den Schutz von Religionsgemeinschaften ein", so Plassnik abschließend.

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