Synagogenbesuch des Papstes in New York neuer Impuls für Dialog

Die Park East Synagogue ist ein Zentrum des jüdischen religiösen und kulturellen Lebens in Manhattan - Ihr Rabbiner ist der in Wien geborene Arthur Schneier, ein Überlebender der Shoah - Aufruf des Papstes, "Brücken der Freundschaft" zu bauen

New York, 19.4.08 (KAP) Mit seinem Besuch in der Park East Synagogue von Manhattan hat Papst Benedikt XVI. am Freitag dem Dialog zwischen Juden und Christen einen neuen Impuls gegeben. Rabbiner Arthur Schneier, ein gebürtiger Wiener, der als Jugendlicher in Budapest die Hölle der nationalsozialistischen Judenverfolgung überlebt hat, hieß den Papst zu der knapp halbstündigen Begegnung willkommen und sprach von einem "historischen Ereignis". Die Anwesenheit des Papstes bedeute eine Bekräftigung des Dialogs und gebe "Hoffnung und Mut für den Weg, den wir noch gemeinsam zu gehen haben", so der Rabbiner.

Benedikt XVI. rief dazu auf, weiter "Brücken der Freundschaft" zu bauen. Zugleich wiederholte er seine Glückwünsche zum Pessach-Fest. Bereits am Vortag hatte er in einer Botschaft seine Nähe zum jüdischen Volk bekundet und den Willen zum interreligiösen Dialog bekräftigt. Schneier schenkte Benedikt XVI. einen Seder-Teller. Der Papst dankte sichtlich bewegt. "Ich werde diesen Moment nie vergessen", sagte er auf Deutsch.

Es war der zweite Besuch von Benedikt XVI. in einem jüdischen Gotteshaus und der dritte eines Papstes überhaupt. Johannes Paul II. war 1986 in der Großen Synagoge in Rom zu Gast, Benedikt XVI. während des Weltjugendtags 2005 in der Synagoge von Köln.

Die Park East Synagogue ist eine der bedeutendsten Synagogengemeinden New Yorks, ein Zentrum des jüdischen religiösen und kulturellen Lebens. Seit 1962 ist Rabbi Schneier an der Park East Synagogue tätig. Sein Einsatz für die biblischen Werte, für Versöhnung, Überwindung des Hasses und Dialog hat die Synagoge weltweit bekannt gemacht. Schneier ist u.a. der Gründer der "Appeal of Conscience"-Foundation, die sich weltweit für Toleranz, das Miteinander der Weltreligionen und die Rechte von Minderheiten einsetzt.

Schon bei der Ankündigung des Besuches von Papst Benedikt XVI. sagte Rabbi Schneier: "Seit 46 Jahren predige ich von der Kanzel der Park East Synagogue die in der Torah begründeten Werte von Freiheit, Menschenrechten und gegenseitigem Respekt. Ich betrachte es als Privileg, Papst Benedikt XVI. in der Park East Synagogue zu begrüßen. Diese historische Premiere des Besuchs eines Papstes in einem jüdischen Gotteshaus in den USA ist eine Bestätigung dafür, dass sich Benedikt XVI. dem interreligiösen Dialog und der Zuwendung zur jüdischen Gemeinschaft verpflichtet fühlt".

Die Park East Synagogue ist orthodox; Rabbi Schneier hat dem jüdischen Leben viele Impulse gegeben. So gründete er vor mehr als 25 Jahren die Park East Day School, deren Lehrplan die Kinder und Jugendlichen mit der jüdischen Tradition vertraut macht und sie zugleich befähigt, mit Andersgläubigen in einen Dialog einzutreten. Schneier war auch einer der ersten, die schon in den sechziger Jahren auf die schwierige Situation der Juden in der damaligen Sowjetunion aufmerksam gemacht haben. In den letzten Jahren hat er an der Synagoge die jüdische Sakralmusik revitalisiert. Mit ihrer byzantinischen Formensprache zählt die 1889 erbaute Park East Synagogue zu den eindrucksvollsten Sakralbauten New Yorks. (forts) K200803621
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