ÖSTERREICH: Gusenbauer für genaue Untersuchung im Fall Kampusch

Kanzler im Interview: "Es muss untersucht werden, wer dafür zuständig ist, und wer die Akten herausgegeben hat"

Wien (OTS) - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) fordert im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Samstag-Ausgabe) eine genaue Untersuchung im Fall Natascha Kampusch. "Der Umgang mit Akten und Lücken im System ist eine Frage, die geklärt werden muss, weil sich jeder Bürger darauf verlassen muss, dass das System vernünftig funktioniert. Es muss untersucht werden, wer dafür zuständig ist, und wer die Akten herausgegeben hat", so der Bundeskanzler. Darüber hinaus äußert sich Gusenbauer zum Nichtraucherschutz: Er ist für eine Übergangslösung, damit den Wirten gröbere Umbaukosten erspart bleiben.

Die Weitergabe von privaten Details des Entführungsopfers sei Anlass sich die Frage zu stellen, wie undicht das System sei: "Hier geht es um Unterlagen, die die persönlichen Sphären von Menschen betreffen und nicht in die Öffentlichkeit gehören. Das ist eine sensible Gratwanderung. Ich habe nichts gegen Pressefreiheit, aber die Privatsphäre des Einzelnen, der nicht wie ein Politiker in der Öffentlichkeit steht, zu schützen, ist etwas sehr Wichtiges". Man müsse in Zukunft verhindern, dass so etwas noch mal vorkommt.

Beim Thema Nichtraucherschutz bringt der Kanzler einen neuen Aspekt ein: Es sei zwar grundsätzlich wichtig, "wirklich große Schritte" in Richtung Nichtraucherschutz zu machen. Aber: "Dabei ist es vernünftig, eine Lösung zu finden, ohne dass die Gastronomen gröbere Umbauarbeiten leisten müssen. Denn in Europa geht der Trend in Richtung generelles Rauchverbot in Lokalen. Deshalb wird die österreichische Lösung nur ein Zwischenschritt sein. Und der soll nicht mit großen Kosten für die Gastronomen verbunden sein. Diese Übergangslösung soll nicht zu zusätzlichen finanziellen Belastungen führen".

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