Hernstein Umfrage: Generationswechsel in Familienbetrieben steht bevor

Wien (OTS) - Bei 45% der österreichischen Familienbetriebe steht
in den nächsten fünf Jahren ein Generationswechsel bzw. eine Übergabe der Geschäftsführung an. Das Hernstein Institut befragte Online österreichische Familienunternehmen zum Thema "Familienübergabe".

60% der befragten Unternehmen planen dieses auch weiterhin als Familienbetrieb zu führen. Ein Viertel hat sich noch keine Gedanken zur Übergabe gemacht, vor allem Befragte, die die Übergabe erst in mehr als 5 Jahren planen.

Der Übergabeprozess wird in Familienunternehmen meist mündlich besprochen. Schriftliche Pläne liegen nur in 13% der Fälle vor. Unternehmen, denen eine baldige Übergabe bevorsteht, reden nur zu 36% im Detail über die Übergabe, ein Drittel spricht sogar nur ab und zu darüber. Für 9% der befragten Unternehmen ist die Übergabe ein Tabuthema, das nicht oder kaum thematisiert wird. (Siehe dazu Grafik 1)

Neuorientierung für Unternehmer

Für viele Unternehmer bedeutet einen Familienbetrieb zu führen, dass es oftmals keine klare Trennung zwischen Beruf und Familienleben gibt. Dies wird auch im Übergabeprozess deutlich.

42% der Befragten geben an, dass sie nach der Übergabe auch weiterhin regelmäßig für das Unternehmen da sein werden, 11% möchten sogar weiterhin viel Zeit für das Unternehmen aufbringen. 16% geben an, dass sie die eigene Erfahrung dem Unternehmen zur Verfügung stellen werden. Lediglich 4% aller Befragten möchten sich nach der Übergabe vollkommen in das Privatleben zurückziehen. (Siehe dazu Grafik 2)

"Für die "Alt-Chef´s" ist es oft sehr schwer, sich ein Leben ohne Tätigsein für das Unternehmen vorstellen zu können. Für die Übernehmer bedeutet dies meist eine lange Zeit des Übergangs, in der sie noch nicht die volle Verantwortung übernehmen können. Für die Mitarbeiter heißt die Herausforderung loyal zum "alten" und zum "neuen" Chef sein zu müssen, auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind.", meint Katharina Fischer-Ledenice, Leiterin des Hernstein Instituts.

Berater für den Übergabeprozess

Berater werden in Familienunternehmen nur selten zu Rate gezogen:
55% arbeiten gelegentlich mit Beratern zusammen, ein Drittel sogar selten bis nie. Nur 11% der Familienunternehmen geben an, dass sie eng mit Beratern zusammenarbeiten.

"Den meisten Übergebern und Übernehmern ist es aufgrund der Familienbande kaum möglich, in dieser Situation alles Wichtige offen auf den Tisch zu legen. Deshalb kann ich den neutralen Berater für die heikle Übergabephase allen UnternehmerInnen nur empfehlen.", so die Hernstein Institutsleiterin Katharina Fischer-Ledenice.

Vorbereitung auf leitende Funktionen

Mitarbeiter werden vor allem durch Coaching, allgemeine Managementseminare und spezielles Training on the job auf leitende Funktionen vorbereitet. Ein Drittel aller Befragten gibt an, dass Mitarbeiter in ihrem Unternehmen nicht auf leitende Funktionen vorbereitet werden. In Weiterbildungen wird dabei im Ausmaß von 1 bis 2 Arbeitswochen pro Jahr investiert.

Zur Umfrage

Die Umfrage wurde im März 2008 vom Hernstein Institut für Management und Leadership in Kooperation mit OGM Österreichische Gesellschaft für Marketing durchgeführt. Insgesamt haben 55 Unternehmen an der Online-Umfrage teilgenommen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Daniela Kaser, MAS
Hernstein Institut für Management und Leadership
Leiterin Marketing & PR
Tel.: 01/514 50-6614, daniela.kaser@hernstein.at

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