ÖH: Keine Gebühren-Freigabe für ausländische Studierende

Hahn-Ankündigung stoßt auf Widerstand

Wien (OTS) - Bundesminister Hahn stellte vergangenen Freitag im Rahmen einer UG-Diskussion an der Johannes Kepler Universität in Linz die Freigabe der Studiengebühren für ausländische Studierende in Aussicht. Demnach soll es den Universitäten künftig selbst überlassen bleiben eine Obergrenze der Gebühren für Nicht-EWR-Studierende festzusetzen. "Bereits die Einhebung doppelter Studiengebühren stellt eine Diskriminierung internationaler HochschülerInnen dar. Eine völlige Freigabe verschlechtert deren Situation weiter. Die viel gepriesene und eingeforderte Internationalisierung der Universitäten wird durch derartige Barrieren ad absurdum geführt", echauffiert sich Verena Czaby (ÖH-Vorsitzteam) über das Vorhaben im Zuge der UG-Novellierung.

Ausländische Studierende haben bereits jetzt mit ungleichen Zugangshürden zu kämpfen. So wird ein Vermögensnachweis von ca. 8.000 Euro eingefordert, der Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt verwährt und das passive ÖH-Wahlrecht vorenthalten. "Österreich kann es sich nicht leisten talentierte und interessierte Studierende durch derartige Maßnahmen zu verlieren. Allseits wird der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräfte beklagt. Im Licht der steigenden Nachfrage ist die Freigabe der Gebühren deshalb unverständlich und fahrlässig", unterstreicht Hartwig Brandl (ÖH-Vorsitzteam) die Ablehnung des Hanhn´schen Vorhabens.

Vor allem Universitäten mit starker internationaler Ausrichtung profitieren vom hohen Anteil ausländischer Studierender. Nicht ohne Grund befreien beispielsweise diverse Kunst-Universitäten große Teile dieser Gruppe von der Entrichtung doppelter Studiengebühren. Künftig sollen die freigegebenen Gebühren an die soziale Bedürftigkeit, sowie an die Herkunft gebunden sein. "Zum einen besteht in der Regel kein praktischer Zusammenhang zwischen der örtlichen Herkunft und der sozialen Bedürftigkeit, zum anderen müsste letztere bereits vor Antragstellung auf ein Visum durch ausländische Behörden bestätigt werden, was kaum möglich ist. Es ist nicht die Aufgabe der Politik, Nicht-EWR-BürgerInnen neue Steine in deren Uni-Weg zu legen. Sind die Auswirkungen auf den Universitätszugang nicht bedacht worden, oder stellt der Vorschlag Hahns eine Abschottung der Universitäten durch die Hintertür dar? Der Minister muss seinen Vorstoß umgehend revidieren", fordert Lisa Schindler (ÖH-Vorsitzteam) das Abwenden der Freigabe.

"Ob es sich um österreichische, europäische oder internationale Studierende handelt, Studiengebühren werden von der ÖH als Zugangshürde grundsätzlich abgelehnt", so das Vorsitzteam unisono.

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